Die Fürstin und die Graefin
Die Kerzen in der großen Halle der Burg brannten nieder, das Fest war verklungen. Musik und Stimmen waren verstummt, und nur das ferne Heulen des Windes streifte durch die schmalen Fenster. Die Fürstin trat aus dem prunkvollen Saal hinaus in den Korridor. Ihr langes Gewand aus schwerem Samt rauschte leise über die Steinplatten.
Am Ende des Ganges wartete bereits die Gräfin , die sie mit einem kaum merklichen Lächeln empfing. Ihre Augen glänzten im flackernden Licht der Fackeln, und unter dem Mantel lugte ein zarter Schimmer von Seide hervor.
„Ihr habt mich rufen lassen, Herrin?“ fragte die Gräfin mit leiser Stimme.
Die Fürstin trat näher, so nah, dass ihre Parfümspur – eine Mischung aus Rosenöl und Myrrhe – die Luft erfüllte. „Nicht als Herrin“, erwiderte sie, „sondern als Frau, die sich nach eurer Nähe sehnt.“
Einen Augenblick lang herrschte Stille, nur das Schlagen des Herzens war zu spüren. Dann legte die Fürstin ihre Hand auf die der Gräfin. Wärme durchflutete beide. Der Gräfins Finger zitterten kaum merklich, doch sie erwiderte die Berührung fest.
Sie gingen gemeinsam in die Gemächer der Fürstin. Dort brannte ein Feuer im Kamin, das den Raum in goldenes Licht tauchte. Schatten spielten über Wände und Decke, während draußen die Nacht wie ein samtener Mantel über das Land lag.
Die Fürstin löste den Brokatmantel der Gräfin, und die Schwere des Stoffes glitt von ihren Schultern, als hätte sie Lasten abgelegt. Darunter schimmerte feine Seide, die im flackernden Licht fast durchsichtig wirkte. Der Atem der Gräfin ging schneller, doch sie wich nicht zurück.
„Wie oft habe ich Euch betrachtet, wenn Ihr glaubtet, ich sähe Euch nicht“, flüsterte die Fürstin und strich über die Wange der Gräfin. „Doch heute… will ich nichts mehr verbergen.“
Ihre Lippen fanden die der Gräfin – erst vorsichtig, fast prüfend, dann leidenschaftlicher, wärmer, drängender. Die Welt jenseits dieses Kusses existierte nicht mehr.
Die Gräfin schloss die Augen und ließ sich in die Umarmung sinken. Finger glitten über Haut, als wollten sie jedes Geheimnis ertasten, das die Jahre höfischer Zurückhaltung verborgen hatten.
Die Nacht gehörte nur ihnen – der Fürstin, die ihre Macht ablegte, und der Gräfin, die ihre Stärke offenbarte. Zwischen brokatverhüllten Betten und flackerndem Feuer fanden sie einander in einer Zärtlichkeit, die zugleich süß und brennend war.
Und draußen, im Dunkel der mittelalterlichen Welt, ahnte niemand etwas von diesem leisen, verbotenen Glück.
Am Ende des Ganges wartete bereits die Gräfin , die sie mit einem kaum merklichen Lächeln empfing. Ihre Augen glänzten im flackernden Licht der Fackeln, und unter dem Mantel lugte ein zarter Schimmer von Seide hervor.
„Ihr habt mich rufen lassen, Herrin?“ fragte die Gräfin mit leiser Stimme.
Die Fürstin trat näher, so nah, dass ihre Parfümspur – eine Mischung aus Rosenöl und Myrrhe – die Luft erfüllte. „Nicht als Herrin“, erwiderte sie, „sondern als Frau, die sich nach eurer Nähe sehnt.“
Einen Augenblick lang herrschte Stille, nur das Schlagen des Herzens war zu spüren. Dann legte die Fürstin ihre Hand auf die der Gräfin. Wärme durchflutete beide. Der Gräfins Finger zitterten kaum merklich, doch sie erwiderte die Berührung fest.
Sie gingen gemeinsam in die Gemächer der Fürstin. Dort brannte ein Feuer im Kamin, das den Raum in goldenes Licht tauchte. Schatten spielten über Wände und Decke, während draußen die Nacht wie ein samtener Mantel über das Land lag.
Die Fürstin löste den Brokatmantel der Gräfin, und die Schwere des Stoffes glitt von ihren Schultern, als hätte sie Lasten abgelegt. Darunter schimmerte feine Seide, die im flackernden Licht fast durchsichtig wirkte. Der Atem der Gräfin ging schneller, doch sie wich nicht zurück.
„Wie oft habe ich Euch betrachtet, wenn Ihr glaubtet, ich sähe Euch nicht“, flüsterte die Fürstin und strich über die Wange der Gräfin. „Doch heute… will ich nichts mehr verbergen.“
Ihre Lippen fanden die der Gräfin – erst vorsichtig, fast prüfend, dann leidenschaftlicher, wärmer, drängender. Die Welt jenseits dieses Kusses existierte nicht mehr.
Die Gräfin schloss die Augen und ließ sich in die Umarmung sinken. Finger glitten über Haut, als wollten sie jedes Geheimnis ertasten, das die Jahre höfischer Zurückhaltung verborgen hatten.
Die Nacht gehörte nur ihnen – der Fürstin, die ihre Macht ablegte, und der Gräfin, die ihre Stärke offenbarte. Zwischen brokatverhüllten Betten und flackerndem Feuer fanden sie einander in einer Zärtlichkeit, die zugleich süß und brennend war.
Und draußen, im Dunkel der mittelalterlichen Welt, ahnte niemand etwas von diesem leisen, verbotenen Glück.
6ヶ月前