Maß, Mythos und Männlichkeit – ein Realitätscheck
Maß, Mythos und Männlichkeit – ein evolutionsbiologischer Realitätscheck
Ich habe im Stern vom 29.01.2026 einen kurzen Artikel gelesen, der mit der Frage spielte, ob es bei der Penislänge nun wirklich auf die Länge ankommt. Neugierig geworden habe ich mir danach die zugrunde liegende Studie der University of Western Australia genauer angeschaut – inklusive des Originalpapers und der Ausführungen des Leitautors Brian Mautz.
Aus evolutionsbiologischer Sicht ist der menschliche Penis nämlich eine echte Besonderheit. Im Vergleich zu anderen Primaten ist er deutlich größer – und das nicht nur relativ zur Körpergröße. Rein funktional wäre diese Größe für die Fortpflanzung eigentlich gar nicht nötig. Genau hier setzt die Studie an: Wenn dieser Unterschied keinen klaren biologischen Zweck erfüllt, warum hat er sich dann evolutionär durchgesetzt?
Die Kurzfassung in Alltagssprache: Ja, Länge spielt eine Rolle – aber nicht unbegrenzt. In der Studie wurden computergenerierte Männerkörper gezeigt, bei denen gezielt drei Dinge variiert wurden: Körpergröße, Schulter-Hüft-Verhältnis und Penislänge im Ruhezustand. Frauen bewerteten Attraktivität, Männer hingegen Dominanz und potenzielle Bedrohlichkeit. Das Ergebnis: Größer wirkt zunächst attraktiver, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Ab etwa elf Zentimetern flacht der Effekt deutlich ab. Mehr Länge bringt dann keinen zusätzlichen Bonus mehr.
Besonders interessant ist dabei die männliche Perspektive. Männer nahmen sehr große Penisse nicht als neutral wahr, sondern zunehmend als überzeichnet, einschüchternd oder schlicht unglaubwürdig. Die Forschenden deuten das als eine Art biologisches Misstrauen: Extreme Ausprägungen werden eher als Versuch gelesen, Stärke oder Status künstlich zu erhöhen – was wiederum Konkurrenzreaktionen auslöst. Das Signal kippt also. Was beeindrucken soll, wirkt schnell wie ein etwas zu lauter Auftritt.
Spannend ist, wie gut sich das mit historischen Vorstellungen deckt. Schon in der griechischen Antike galten kleine Penisse als kultiviert, maßvoll und geistig überlegen. Große Exemplare wurden mit Triebhaftigkeit, Maßlosigkeit und Satyrn assoziiert. Schönheit bedeutete Kontrolle und Proportion, nicht Übermaß. Die heutige Fixierung auf Größe ist also weder naturgegeben noch zeitlos, sondern eher eine kulturelle Modeerscheinung.
Ganz persönlich: Ich würde ziemlich exakt in das Raster dieser Studie passen. Ein Penis mit etwa elf Zentimetern im Ruhezustand, präsent, aber nicht aufdringlich – das empfinde ich als angenehm. Etwas, das da ist, ohne sich aufzudrängen. Lieber kleiner als größer. Die Idee, dass man etwas „aufwecken“ kann, statt von etwas überwältigt zu werden, spricht mich deutlich mehr an.
Die vielen Videos und Profilbilder bei XH, in denen Größe offensiv inszeniert wird, reizen mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich frage mich oft, warum manche Männer glauben, ein möglichst großer Penis sei per se etwas Besonderes oder Erstrebenswertes. Die Studie liefert dafür ja eine spannende Erklärung: Was als Signal gedacht ist, kippt schnell in Richtung Überzeichnung – und wirkt dann eher abschreckend als attraktiv.
Auch beim Thema Lust und Schmerz habe ich für mich eine klare Grenze. Ja, Lustschmerz kann etwas Schönes sein. Aber mit einem „Monsterschwanz“ gepeinigt zu werden, ist für mich nicht erstrebenswert. Ich weiß, dass manche Frauen das aus körperlichen oder individuellen Gründen brauchen – ich gehöre nicht dazu. Und genau das zeigt ja auch: Begehren ist kein Wettbewerb, sondern etwas sehr Persönliches.
In diesem Sinne ein freundlicher Gruß an Kascher73 der vermutlich schon lange weiß, dass Wirkung nichts mit Übertreibung zu tun hat.
Liebe Grüße
Maria
Ich habe im Stern vom 29.01.2026 einen kurzen Artikel gelesen, der mit der Frage spielte, ob es bei der Penislänge nun wirklich auf die Länge ankommt. Neugierig geworden habe ich mir danach die zugrunde liegende Studie der University of Western Australia genauer angeschaut – inklusive des Originalpapers und der Ausführungen des Leitautors Brian Mautz.
Aus evolutionsbiologischer Sicht ist der menschliche Penis nämlich eine echte Besonderheit. Im Vergleich zu anderen Primaten ist er deutlich größer – und das nicht nur relativ zur Körpergröße. Rein funktional wäre diese Größe für die Fortpflanzung eigentlich gar nicht nötig. Genau hier setzt die Studie an: Wenn dieser Unterschied keinen klaren biologischen Zweck erfüllt, warum hat er sich dann evolutionär durchgesetzt?
Die Kurzfassung in Alltagssprache: Ja, Länge spielt eine Rolle – aber nicht unbegrenzt. In der Studie wurden computergenerierte Männerkörper gezeigt, bei denen gezielt drei Dinge variiert wurden: Körpergröße, Schulter-Hüft-Verhältnis und Penislänge im Ruhezustand. Frauen bewerteten Attraktivität, Männer hingegen Dominanz und potenzielle Bedrohlichkeit. Das Ergebnis: Größer wirkt zunächst attraktiver, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Ab etwa elf Zentimetern flacht der Effekt deutlich ab. Mehr Länge bringt dann keinen zusätzlichen Bonus mehr.
Besonders interessant ist dabei die männliche Perspektive. Männer nahmen sehr große Penisse nicht als neutral wahr, sondern zunehmend als überzeichnet, einschüchternd oder schlicht unglaubwürdig. Die Forschenden deuten das als eine Art biologisches Misstrauen: Extreme Ausprägungen werden eher als Versuch gelesen, Stärke oder Status künstlich zu erhöhen – was wiederum Konkurrenzreaktionen auslöst. Das Signal kippt also. Was beeindrucken soll, wirkt schnell wie ein etwas zu lauter Auftritt.
Spannend ist, wie gut sich das mit historischen Vorstellungen deckt. Schon in der griechischen Antike galten kleine Penisse als kultiviert, maßvoll und geistig überlegen. Große Exemplare wurden mit Triebhaftigkeit, Maßlosigkeit und Satyrn assoziiert. Schönheit bedeutete Kontrolle und Proportion, nicht Übermaß. Die heutige Fixierung auf Größe ist also weder naturgegeben noch zeitlos, sondern eher eine kulturelle Modeerscheinung.
Ganz persönlich: Ich würde ziemlich exakt in das Raster dieser Studie passen. Ein Penis mit etwa elf Zentimetern im Ruhezustand, präsent, aber nicht aufdringlich – das empfinde ich als angenehm. Etwas, das da ist, ohne sich aufzudrängen. Lieber kleiner als größer. Die Idee, dass man etwas „aufwecken“ kann, statt von etwas überwältigt zu werden, spricht mich deutlich mehr an.
Die vielen Videos und Profilbilder bei XH, in denen Größe offensiv inszeniert wird, reizen mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich frage mich oft, warum manche Männer glauben, ein möglichst großer Penis sei per se etwas Besonderes oder Erstrebenswertes. Die Studie liefert dafür ja eine spannende Erklärung: Was als Signal gedacht ist, kippt schnell in Richtung Überzeichnung – und wirkt dann eher abschreckend als attraktiv.
Auch beim Thema Lust und Schmerz habe ich für mich eine klare Grenze. Ja, Lustschmerz kann etwas Schönes sein. Aber mit einem „Monsterschwanz“ gepeinigt zu werden, ist für mich nicht erstrebenswert. Ich weiß, dass manche Frauen das aus körperlichen oder individuellen Gründen brauchen – ich gehöre nicht dazu. Und genau das zeigt ja auch: Begehren ist kein Wettbewerb, sondern etwas sehr Persönliches.
In diesem Sinne ein freundlicher Gruß an Kascher73 der vermutlich schon lange weiß, dass Wirkung nichts mit Übertreibung zu tun hat.
Liebe Grüße
Maria
27日前