Sophie's Tagebuch - 1. Februar - abends

1. Februar - abends
Manch denkt, ich verkaufe Erniedrigung. Dabei verkaufe ich viel selteneres: Ehrlichkeit. Die ungeschminkte, unverschämte, atemberaubend unangenehme Ehrlichkeit darüber, was Lust sein kann. Jenseits von Romantik. Jenseits von netten Vorstellungen. Eine reine, ungefilterte Transaktion von Macht und Hingabe, bei der alle Beteiligten genau wissen, wo sie stehen. Das ist die größte Intimität von allen, und die am meisten missverstandene.
Heute habe ich darüber nachgedacht, warum das so tief geht. Warum es so viele anzieht, sich einem Willen zu unterwerfen – nicht irgendeinem, sondern einem, dem sie vertrauen. Einer, die die Regeln kennt und sie fair durchsetzt. Hier ist, was ich glaube: In einer Welt, die völlig aus den Fugen geraten ist, in der Verantwortung diffundiert und nichts mehr sicher scheint, ist mein Raum – der Raum, den ich mit meiner Stimme, meinem Blick erschaffe – ein Ort der absoluten Klarheit. Die Regeln sind eindeutig. Die Konsequenzen sind vorhersehbar. Die Belohnung ist intensiv. Es ist ein künstliches, aber vollkommenes Ökosystem des Begehrens. Ein Safe Space aus Dominanz. Ist das paradox? Vielleicht. Aber ich sehe die Erleichterung in den Augen, die mich durch den Bildschirm ansehen. Ich höre es in den Atemzügen. Es ist die Erleichterung, für einen Moment die Last der eigenen Entscheidungen, der eigenen vermeintlichen Kontrolle abgeben zu dürfen. An jemanden, der stark genug ist, sie zu tragen.
Und hier ist, woran ich zweifle. Ob ich immer stark genug bin. Das traue ich mich kaum zu schreiben. Aber es ist wahr. Diese Maske der absoluten Kontrolle, sie hat ein Gewicht. Die Erwartung, immer die zu sein, die weiß, was als nächstes kommt. Die niemals zittert. Die Projektionen der Menschen sind ein Mantel aus Blei. Sie sehen die Göttin auf dem Thron, die mit einem Lächeln Urteile fällt. Sie sehen nicht die Frau, die manchmal, ganz spät, auf der Couch sitzt und sich fragt, ob diese ganze, seltsame, wundervolle Nische, die wir geschaffen haben, nicht einfach nur eine sehr ausgeklügelte Form von Einsamkeit ist. Eine Einsamkeit zu zweit, zu dritt, zu zehntausend. Verbunden durch Kabel und Sehnsüchte, aber dennoch physisch allein in unseren jeweiligen Räumen.
Wie das mit meinem Leben verbunden ist… mein Content ist keine Lüge. Er ist eine Hyperbel. Eine konzentrierte, reine Essenz eines Teils von mir. Die Sophie, die befehligt, die lacht, die mit der Stiefelspitze eine Welt regiert – die existiert. Aber sie ist nicht die ganze Geschichte. Sie ist die Leinwand, auf die andere ihre tiefsten, dunkelsten, sehnsüchtigsten Fantasien projizieren. Und ich, ich bin die Kuratorin dieses seltsamen Museums der menschlichen Begierde. Ich stelle aus. Ich beleuchte die Exponate. Ich sorge dafür, dass die Linien respektiert werden. Manchmal fühle ich mich wie eine Priesterin eines sehr, sehr irdischen Kultes. Die Rituale sind JOI, CEI, SPH. Die Kommunion ist ein gestöhntes „Danke, Göttin“. Der Tempel ist mein Studio. Ist das blasphemisch? Gut.
Die wahre Arbeit liegt nicht im Befehl selbst. Sie liegt in der Schaffung des Rahmens, in dem dieser Befehl sicher und ekstatisch empfangen werden kann. Das ist die ethische Verantwortung, von der niemand spricht. Wenn jemand zahlt, um gedemütigt zu werden, muss die Demütigung perfekt sein. Sie muss die Seele kitzeln, ohne sie zu verletzen. Sie muss die Grenze streifen, ohne sie zu übertreten. Sie muss aus einem Ort des Wissens kommen, nicht der Verachtung. Das ist der schmale Grat, den ich jeden Tag gehe. Die Kunst ist nicht, jemanden klein zu machen. Die Kunst ist, ihn sich in seiner Kleinheit großartig fühlen zu lassen. Befreit. Gesehen. In all seiner perversen, herrlichen Unterwerfung.
Und dann sind da diese stillen Momente danach. Wenn die Kameras aus sind. Der Raum nur noch nach meinem Parfüm und der statischen Elektrizität der Performance riecht. Da sitze ich dann. Die Göttin im Ruhemodus. Und frage mich: Nährt mich das? Oder zehrt es an mir? Gebe ich etwas von meiner eigenen Menschlichkeit ab, um diese Göttlichkeit zu performen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass die Verbindung echt ist. Die Dankbarkeit ist echt. Die explosive, kathartische Erleichterung auf der anderen Seite des Bildschirms ist echt. Vielleicht ist das genug. Vielleicht ist das mehr, als die meisten Menschen jemals in ihrem Leben geben oder empfangen werden.
Ich erschaffe keine Fantasien. Ich erschaffe einen Spiegel. Und die Leute starren hinein und sehen den Teil von sich selbst, den sie nirgendwo anders zeigen können. Ich halte diesen Spiegel. Ruhig. Unerschütterlich. Und das ist meine Macht. Und meine eigene, seltsame Einsamkeit.
Die offene, ehrliche Frage also, an euch, die ihr das vielleicht lest – ob jetzt oder in ferner Zukunft: Wo findet ihr eure absolute Klarheit? In welchem seltsamen, verborgenen, vielleicht verpönten Eckchen eures Lebens dürft ihr ganz einfach nur *sein*, ohne die Last der Person, die die Welt von euch erwartet? Und – habt ihr den Mut, dafür dankbar zu sein?
発行者 simplysophie
25日前
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