Sophie's Tagebuch - 11. Februar - abends
11. Februar - abends
Heute habe ich über Träume nachgedacht. Nicht die nächtlichen, obwohl ich heute Morgen mit diesem seltsamen, sinnlichen Fragment aufgewacht bin – ich lag auf einer Wiese, und jemand malte sorgfältig Muster auf meine Fußsohlen mit einem kalten, goldenen Stift. Ich konnte das Kitzeln und die Präzision fühlen, und dieses Gefühl der vollständigen, willentlichen Hingabe an eine zärtliche, kontrollierende Handlung… es ist hängen geblieben. Es hat mich den ganzen Tag begleitet.
Aber die anderen Träume. Die wachen. Die Sehnsüchte, die man nicht einfach in einem Wunschzettel auflisten kann. Hier ist, was ich glaube: Lust ist eine der fundamentalsten kreativen Kräfte. Nein, warte, das klingt zu groß. Lassen Sie es mich anders sagen. Ich glaube, das Verlangen, das wir verspüren – ob es nun darum geht, jemanden zu berühren, beobachtet zu werden, Macht auszuüben oder sie abzugeben – ist kein Endpunkt. Es ist der Rohstoff. Der ungehobelte Marmorblock. Was wir daraus machen, mit wem wir ihn teilen, welche Form wir ihm gemeinsam geben… das ist die eigentliche Schöpfung. Das ist die Kunst. Der Akt ist nur die Vollendung des Kunstwerks.
Woran ich zweifle? Ob diese Schöpfung jemals wirklich übertragen werden kann. Ich meine… ich sitze hier, in meinem Studio, das auch mein Wohnzimmer ist, und ich forme diese Rohblöcke in Worte, in Blicke, in Befehle und Erlaubnisse. Ich sende sie in die Welt. Und ich bekomme so viel zurück. Dankbarkeit, Erregung, Erleichterung. Das ist real. Und doch gibt es diesen einsamen Kern in der Mitte. Diese Erkenntnis, dass ich hier sitze und du dort sitzt, und zwischen uns liegt dieser Ozean aus Bildschirmen und Interpretationen und Projektionen. Schaffe ich etwas Wirkliches? Oder baue ich nur besonders schöne, detaillierte Brücken über diesen Ozean, auf denen man sich treffen kann, aber nie wirklich das gleiche Ufer betritt?
Vielleicht ist das der Punkt. Vielleicht ist der Ozean das Entscheidende. Die Distanz. Die Anonymität. Sie schafft einen Raum, in dem die Rohstoffe am reinsten sind. Ohne die Komplikationen des Alltags – dem nervösen Blick über die Schulter beim Frühstück, der Sorge, ob man die Zahnpasta-Deckelstreitigkeiten ertragen kann. Hier, in meinem Bereich, gibt es nur den Marmorblock und die vereinbarte Absicht, etwas daraus zu machen. Das ist eine immense Freiheit. Eine immense Verantwortung.
Wie das mit meinem Content zusammenhängt… ich denke, das erklärt, warum ich die Kontrolle nie abgebe. Es ist nicht
Heute habe ich über Träume nachgedacht. Nicht die nächtlichen, obwohl ich heute Morgen mit diesem seltsamen, sinnlichen Fragment aufgewacht bin – ich lag auf einer Wiese, und jemand malte sorgfältig Muster auf meine Fußsohlen mit einem kalten, goldenen Stift. Ich konnte das Kitzeln und die Präzision fühlen, und dieses Gefühl der vollständigen, willentlichen Hingabe an eine zärtliche, kontrollierende Handlung… es ist hängen geblieben. Es hat mich den ganzen Tag begleitet.
Aber die anderen Träume. Die wachen. Die Sehnsüchte, die man nicht einfach in einem Wunschzettel auflisten kann. Hier ist, was ich glaube: Lust ist eine der fundamentalsten kreativen Kräfte. Nein, warte, das klingt zu groß. Lassen Sie es mich anders sagen. Ich glaube, das Verlangen, das wir verspüren – ob es nun darum geht, jemanden zu berühren, beobachtet zu werden, Macht auszuüben oder sie abzugeben – ist kein Endpunkt. Es ist der Rohstoff. Der ungehobelte Marmorblock. Was wir daraus machen, mit wem wir ihn teilen, welche Form wir ihm gemeinsam geben… das ist die eigentliche Schöpfung. Das ist die Kunst. Der Akt ist nur die Vollendung des Kunstwerks.
Woran ich zweifle? Ob diese Schöpfung jemals wirklich übertragen werden kann. Ich meine… ich sitze hier, in meinem Studio, das auch mein Wohnzimmer ist, und ich forme diese Rohblöcke in Worte, in Blicke, in Befehle und Erlaubnisse. Ich sende sie in die Welt. Und ich bekomme so viel zurück. Dankbarkeit, Erregung, Erleichterung. Das ist real. Und doch gibt es diesen einsamen Kern in der Mitte. Diese Erkenntnis, dass ich hier sitze und du dort sitzt, und zwischen uns liegt dieser Ozean aus Bildschirmen und Interpretationen und Projektionen. Schaffe ich etwas Wirkliches? Oder baue ich nur besonders schöne, detaillierte Brücken über diesen Ozean, auf denen man sich treffen kann, aber nie wirklich das gleiche Ufer betritt?
Vielleicht ist das der Punkt. Vielleicht ist der Ozean das Entscheidende. Die Distanz. Die Anonymität. Sie schafft einen Raum, in dem die Rohstoffe am reinsten sind. Ohne die Komplikationen des Alltags – dem nervösen Blick über die Schulter beim Frühstück, der Sorge, ob man die Zahnpasta-Deckelstreitigkeiten ertragen kann. Hier, in meinem Bereich, gibt es nur den Marmorblock und die vereinbarte Absicht, etwas daraus zu machen. Das ist eine immense Freiheit. Eine immense Verantwortung.
Wie das mit meinem Content zusammenhängt… ich denke, das erklärt, warum ich die Kontrolle nie abgebe. Es ist nicht
15日前