Erotische Gedichte / Bertolt Brecht

Liebe Marie, Seelenbraut

Liebe Marie, Seelenbraut:
Du bist viel zu eng gebaut.
Eine solche Jungfernschaft
Braucht mir zu viel Manneskraft.

Ich vergieße meinen Samen
Immerdar schon vor der Zeit:
Wohl nach einer Ewigkeit
Aber lange vor dem Amen.

Liebe Marie, Seelenbraut:
Deine dicke Jungfernhaut
Bringt mich noch zur Raserei.
Warum bist du auch so trei?

Warum soll ich, sozusagen:
Nur weil du lang sitzenbliebst
Grade ich, den du doch liebst
Mich statt einem andern plagen?!


Lied der liebenden Witwe

Ach, ich weiß, ich dürft es nie gestehen
Daß ich zittre, wenn mich seine Hand berührt
Ach, was ist mit mir geschehen
Daß ich bete, daß er mir verführt
Ach, zur Sünde schleiften mich nicht hundert Pferde
Wenn ich ihn nur nicht so sehr begehrte.

Wenn ich mir so gegen Liebe stemmte
Hab ich mich doch schließlich nur darum gestemmt
Weil ich weiß: steh ich vor ihm im Hemde
Bin ich ausgeplündert bis auf Hemd
Als ob er sich dann um meinen Vorwurf scherte!
Wenn ich ihn nur nicht so sehr begehrte.

Ich bezweifle, ob er meiner wert ist
Ob es wirklich Liebe bei ihm ist?
Wenn all mein Erspartes aufgezehrt ist
Wirft er dann die Schale auf den Mist?
Ach, ich weiß, warum ich mich so wehrte:
Wenn ich ihn nur nicht so sehr begehrte.

Hätte ich Vernunft für sieben Groschen
Hätt ich nie gewährt, um was er leider bat
Sondern hätte ihn sogleich verdroschen
Wenn er mir, wie es geschah, zu nahe trat.
Ach, wenn er sich doch zum Teufel scherte!
(Wenn ich ihn nur nicht so sehr begehrte)


Der Jüngling und die Jungfrau
Keuschheitsballade in Dur

Ach, sie schmolzen fast zusammen
Und er fühlte: Sie ist mein.
Und das Dunkel schürt die Flammen.
Und sie fühlt: Wir sind allein.
Und er küßte ihr die Stirne
Denn sie war ja keine Dirne -
Und sie wollte keine sein.

Oh, das süße Spiel der Hände!
Oh, ihr Herz war wild wie nie!
Daß er die Kurasche fände
Betet er und betet sie.
Und sie küßte ihm die Stirne
Denn sie war ja keine Dirne
Und sie wußte nur nicht wie...

Und um sie nicht zu entweihen
Ging er einst zu einer Hur
Und die lernte ihm das Speien
Und die Feste der Natur.
Immerhin ihr Leib war Lethe
Bisher war er kein Askete
Jetzt erst tat er einen Schwur.

Um zu löschen ihre Flammen
Die er schuldlos ihr erregt
Hängt sie sich an einen strammen
Kerl, der keine Skrupel hegt.
(Und der haute sie zusammen
Auf die Treppen hingelegt.)
Immerhin sein Griff war Wonne
Und sie war ja keine Nonne
Jetzt erst war die Gier erregt.

Und er lobte sein Gehirne
Daß es klug gewesen sei:
Als er sie nur auf die Stirne
Einst geküßt im sel’gen Mai -
Er als Mucker, sie als Dirne
Sie gestehn Scham auf der Stirne:

Es ist doch nur Sauerei.


Ratschläge einer älteren Fohse an eine jüngere

1
Wenn ich dir sag, wie man als Fohse liebt
So hör mir zu mit Fleiß und ohn Verdruß
Weil ich schon lang durch Kunst ersetzen muß
Was dir die Jugend einige Zeit noch gibt
Doch wisse, daß du desto jünger bleibst
Je weniger mechanisch du es treibst.

2
Mit Faulheit ist's bei jedem gleich verhunzt
Riskiert nur, daß er dich zusammenstaucht
Und er, wenn du ihn fickst, daß dir die Fotze raucht
Stinkfaul am Arsch liegt und "Mehr Demboh" grunzt.
Und nennt der Herr die beste Arbeit schlecht
Halt deinen Rand: der Herr hat immer recht.

3
Klug mußt du sein wie Pfaffen, nur genauer
Sie zahlen dir nicht das für dich Bequeme!
Und ihre Schwänze sind für dich Probleme
Genau wie Pfeifen für den Orgelbauer.
Jung ahnt man nicht, was alles daran hängt
Doch was ist eine Fohse, die nicht denkt?

4
Was seinem Weib nicht frommt, der Fohse frommt's
Drum - mußt du ihn hereinziehn auch am Strick -
Seufz, wenn er drinnen ist: "Ihrer ist dick!"
Und wenn's ihm kommt, dann stöhne schnell: "Mir kommt's!"
Denn bei den Jungen grad wie bei den Alten
Du mußt sie immerfort im Aug behalten.

5
Sag ihm, es macht dich geiler, wenn der Herr
Dein Ohr leckt. Leckt er's, stöhn: "Ich bin so scharf!"
Und glaubt er's, stöhn: "Ich bitt, daß ich mich strecken darf!"
Und dann: "Entschuldigen Sie, ich bin so naß parterre."
Daß ihr ein Herz und eine Seele schient
Er zahlt dafür, daß er dich gut bedient.

6
Nicht immer ist es schmackhaft, ungesalzen
Sich einen bärtigen Schwanz ins Maul zu stecken
Und ihn, als wär es Lebertran, zu lecken
Denn oft ist's saubrer, ihn dort zu umhalsen.
Und er verlangt nicht nur, daß er genießt
Sondern auch, daß du selbst erregt aussiehst.

7
Wenn du es je nicht schaffst, dich aufgeregt zu stellen
Halt deinen Atem an, als sitzt du auf dem Topf
Dann scheint's, als steige dir das Blut zu Kopf
Bequemer ist's, als wie ein Fisch zu schnellen.
Auch einen sanften Mann kannst du empören
Denkst du an Dinge, die nicht hergehören.

8
Vergiß nie, daß es sich um Liebe handelt
Vergißt du's doch, so fall nicht gleich aufs Maul
Und mache aus dem Saulus einen Paul
Ein Finger im Arsch hat manchen schon gewandelt.
Du hast noch nicht erlebt, was ihrer harrt
Der Fohsen ohne Geistesgegenwart.

9
Für unsereinen ist es eine harte Nuß
Sieht sie, daß ihre Fotz zu weit wird (wie bei mir)
So daß ein Mann gar nichts mehr spürt bei ihr
Und er sich um den Schwanz ein Handtuch wickeln muß.
So eine muß beizeiten daran denken
Ob ihr die Gäule was fürs Vögeln schenken.

10
Die Bürgermädchen, die auf Gartentischen
Die älteren Brüder längst zusammenhaun
Machen die Fotze enger mit Alaun
Um sich ewig einen Mann zu fischen.
Wo's angebracht ist, richte dich nach denen
Und: Was ist eine Fohse ohne Tränen?

11
Sehr viele Männer vögeln gern Gesichter
Das Weib muß oben so wie unten naß sein
Bei einem solchen darf es für das Weib kein Spaß sein
Er selbst erscheint sich umso ausgepichter.
Vor diesen also heuchle ruhig Qualen
Wo's angebracht ist. Denn auch diese zahlen.

12
Der Herr weiß selber selten, was er will
Du mußt es wissen! Tritt er in die Kammer
Weißt du: ist er heut Amboß oder Hammer?
Werd ich gevögelt, hält Er heute still?
Die Menschen zu erkennen, ist die Kunst
Das muß so spielend gehn, wie einer brunzt.

13
Die schlimmsten Leute sind die klugen Leute
Ich hätt oft lieber doch mit einem Hund geschlafen
Die klugen Leute, du, sind unsere Strafen
Die graben sich ein, das seh ich an mir heute
Ich selbst. Obgleich ich nie, was ich tat, gern getan
Ich tat doch keinem etwas Kluges an.

14
Doch wisse, daß ich selber mich verachte!
Wenn du, nachdem du lustlos unter Männern lagst
Einmal nicht ganz im Dreck verrecken magst
So mach es anders, als ich selbst es machte.
Wenn du einmal was Kluges findst, dann tu's
Hab ich es nicht geschafft, vielleicht schaffst du's.


Über die Verführung von Engeln

Engel verführt man gar nicht oder schnell.
Verzieh ihn einfach in den Hauseingang
Steck ihm die Zunge in den Mund und lang
Ihm untern Rock, bis er sich naß macht, stell
Ihn das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock
Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen
Dann halt ihn fest und laß ihn zweimal kommen
Sonst hat er dir am Ende einen Schock.

Ermahn ihn, daß er gut den Hintern schwenkt
Heiß ihn dir ruhig an die Hoden fassen
Sag ihm, er darf sich furchtlos fallen lassen
Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt —

Doch schau ihm nicht beim Ficken ins Gesicht
Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.


Saune und Beischlaf

Am besten fickt man erst und badet dann.
Du wartest, bis sie sich zum Eimer bückt
Besiehst den nackten Hintern, leicht entzückt
Und langst sie, durch die Schenkel, spielend an.

Du hälst sie in der Stellung, jedoch später
Sei’s ihr erlaubt, sich auf den Schwanz zu setzen
Wünscht sie, die Fotze aufwärts sich zu netzen.
Dann freilich, nach der Sitte unsrer Väter
Dient sie beim Bad. Sie macht die Ziegel zischen
Im schnellen Guß (das Wasser hat zu kochen)
Und peitscht dicht rot mit zarten Birkenreisern
Und so, allmählich, in dem immer heißern
Balsamischen Dampf läßt du dich ganz erfrischen
Und schwitzt dir das Geficke aus den Knochen.


Ballade von den untreuen Weibern

1
Willst du ein Weib, mein Sohn, für dich allein
Dann mach dein Testament für diese Erde
Wird nicht dein Maul wie das von einem Schwein
Dann gleicht dein Schwanz bald dem von einem Pferde
‘s Gibt dies und das Weib, das sich dann beschwert
Doch die begehre nicht: sie ist nichts wert

2
Lüg’s ihr, daß keiner größer ist als deiner
Sag’s ihr ganz deutlich, Junge, nimm ein Beil
Und setz dich neben sie, sonst steckt ihr einer
Sofort ein Kissen unters Hinterteil
Es gibt auch dies und das Weib, das sich wehrt
Halt dich von diesen fern: sie ist nichts wert

3
Hau in die Bettstatt neben euch dein Messer
Und geh ja nicht hinaus, wenn du nicht mußt
Dann nimm sie mit, ich sag dir, ‘s ist besser
sonst greift ihr wieder einer an die Brust
‘s gibt dies und das Weib, das sich drum nicht schert
doch halt dich fern von der: sie ist nichts wert

4
Du darfst sie auch nachts nicht zu oft gebrauchen
Sonst schläfst du allzu tief und nichts ist schlimmer
Kannst du im Schlaf nicht grad noch Pfeife rauchen
Läuft sie doch gleich noch in ein andres Zimmer
‘s gibt dies und das Weib, das den Schlummer ehrt
Halt dich von der entfernt: sie ist nichts wert


Das neunte Sonett

Als du das Vögeln lerntest, lehrt ich dich
So vögeln, daß du mich dabei vergaßest
Und deine Lust von meinem Teller aßest
Als liebtest du die Liebe und nicht mich.

Ich sagte: tut nichts, wenn du mich vergißt
Als freutest du dich eines andern Manns!
Ich geb nicht mich, ich geb dir einen Schwanz
Er tut dir nicht nur gut, weil’s meiner ist.

Wenn ich so wollte, daß du untertauchst
In deinem eignen Fleische, wollt ich nie
Daß du mit eine wirst, die da gleich schwimmt
Wenn einer aus Versehn hinkommt an sie.
Ich wollte, daß du nicht viel Männer brauchst
Um einzusehn, was dir vom Mann bestimmt.


Melindas Lied

Chloe saß an einem Bach
Aus dem Schlehdorn trat Achill
Fragte sie der Held, ob sie ihn, ach
Lieben will?
Sah das Mädchen fürchtesam ihn an
Und verbarg im Klee das Angesicht.
Sprach der Held und staunte: Mädchen, dann
Gefällt dir wohl mein güldner Küraß nicht?

Wandte sich zum Gehn Achill
Und es rauschte hell der Bach
Und im Dorn die Vöglein wurden still -
Sprach sie: Ach.
Sprach das Mädchen: Ach, wie leicht doch ficht
Es sich gegen Löwe, Hirsch und Pfau
Ach, dein güldner Küraß ist es nicht
Gefallen könnt mir deiner Augen Blau.


Belehrungen in Sachen Sex
Bertolt Brecht: Über Verführung. Erotische Gedichte. Mit Radierungen von Pablo Picasso.
Von Dorothea von Törne

"Pünktlich zum 100. Geburtstag Bertolt Brechts holte der Suhrkamp Verlag zu einem Schlag unter die Gürtellinie der Brechtgemeinde aus und editierte die mehr oder weniger pornographischen Gedichte des Jubilars in einem Extraband. Wir wissen ja: Mit einem unnachahmlich zart fragenden "Hallo" soll der notorische Frauenverbraucher die anvisierten weiblichen Objekte erobert haben. So erzählte es seine Mitarbeiterin und Geliebte Ruth Berlau.

Welchen Wert haben diese mal locker tändelnden, mal didaktischen erotischen Verse; sind sie als Texte eines Zynikers allesamt reine Pornographie oder doch Dichtung? Lesen wir nicht die Voyeure und Rächer der Enterbten, sondern die Verse selbst. "Über Verführung" ist ein gerafftes Kompendium mit Versen zu Sexualität und Erotik, übrigens hervorragend ausgestattet mit Radierungen von Pablo Picasso. Hier böte sich dem Leser lediglich eine Hitparade vulgärer Texte zu banalen Tatsachen, wären sie nicht allesamt poetisch wohlgeformt: exakt gebaute Sonette und fein ziselierte freie Rhythmen, wie beiläufig hingehauchte Reime und zielsichere Laut-Attacken auf das buchwärts geneigte Ohr. Der thematischen und sprachlichen Grenzüberschreitungen war sich der Dichter sehr wohl bewußt, gehörten sie doch zu seiner Methode. Er selbst hat die in Versen spielerisch erprobten Grenzverletzungen nur als Privatdrucke in Umlauf gebracht oder in weniger delikaten Fassungen. Am Anfang, im Jahr 1918, singt Bertolt Brecht "Baals Lied", die sexuellen Bekenntnisse eines wilden Bürgerschrecks, die der Dramatiker allerdings aus seinem Baal-Stück später ausgegliedert hat. Ungeniert wälzt sich Baal mit fetthüftigen Weibern im grünen Gras. Doch muß man sich hüten, den im Lied agierenden bösen Buben mit dem Verfasser gleichzusetzen. Zu demonstrativ ist die Ausstellung des Banalen und das Prahlen mit der Maßlosigkeit. Der Verfasser setzt auf Provokation.

Anders als die scheinbar unbekümmerten Prahlereien des der Promiskuität frönenden Sittenstrolches Baal liest sich das nur zwei Jahre später geschriebene Dunkel im Weidengrund. Hier wird Sexualität nicht mehr provozierend offen zur Schau gestellt, sondern eilig verhuscht im Dunkel betrieben. Hier beginnt das von Shakespeare her kommende Ophelia-Motiv für Brecht wichtig zu werden, das später im traurig-trostlosen Weltanschauungsgedicht Ballade vom er******nen Mädchen zu unterkühlter Hochform aufläuft.

Mit Bertolt Brecht zog Kühle in die Liebeslyrik ein. Er brach mit dem traditionell verklärenden Grundton und ersetzte das hochgestimmte Minne-Pathos durch die sachlich-nüchterne Feststellung. Solch Lakonismus wirkte stilbildend auf nachfolgende Lyrikergenerationen.

Das Zurückführen der hohen Gestimmtheit auf das Maß des Kreatürlichen erforderte ein Vokabular, das körperliche Vorgänge als solche benennt. Brecht fand es in den unteren Stilebenen, im Wortbereich des Saloppen, Vulgären und Obszönen - und er setzte es wohlkalkuliert ein. Sprachreflexiv denkt das Sonett Nr. 15 über den Gebrauch gemeiner Wörter nach und plädiert für sparsame und funktionelle Verwendung. Das Auskosten der Wirkung ordinärer Worte aber muß ihm Vergnügen bereitet haben. Davon zeugt Das dritte Sonett, das mit dem Reimwort spielt, das durch Verschweigen reizt. Mit ihm - und mit zwölf anderen Sonetten über Begierde und Lust - ließ er Margarete Steffin erröten. Ein Filou war er sicherlich - aber auch ein Revolutionär der erotischen Dichtung? Betrachtet man die in den Versen agierenden Iyrischen Figuren Mann und Frau, so ist deren Verhältnis zueinander eher konservativ. Der Mann als Subjekt und Lehrer, die Frau ein Objekt, bestenfalls eine Lernende, ganz nach dem Muster traditionellen Rollenverhaltens.

Bei seinen Belehrungen in Sachen Sex schreckte Brecht auch nicht vor pseudowissenschaftlichen Argumenten zurück wie im13. Sonett. Frei erfunden wird die sprachliche Herkunft eines Wortes, wenn's denn nur wirkt. Er argumentiert mit Dante und den griechischen Mythen, ist auf das Erkennen gesellschaftlicher Kausalitäten aus. Vor allem aber nimmt er gerade im erotischen Bereich eine Umwertung bürgerlicher Werte vor. Keuschheit, Jungfernschaft und eheliche Treue sind die Postulate, gegen die er in drastischen Worten löckt. Das Ausprobieren neuer Sprechstrategien, das Ausprobieren von Gesten und Fragehaltungen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Liebesgedichte. Körpersprache wird konsequent in Körpertext übersetzt. Wer sich nun ob dieser Sammlung rüder Verse empört, dem sei die Lektüre des ganzen Brecht empfohlen. Er war ja auch ein Dichter der nuancierten Empfindung, der die Mythen der Antike ebenso für seine Zwecke zu gebrauchen wußte wie die Chiffren der Moderne."

(Aus "Radio Kultur" Nr. 72 3/98)



Erotische Gedichte
Sie soll auch was davon haben
Männerverse: Ein bibliophiler Band versammelt Bertolt Brechts erotische Lyrik
Caroline Fetscher

"Es nimmt kein Ende mit Brecht und den Frauen, und mit dieser Frage ob er sie nun benutzt und beschmutzt hat, sie als Plagiator ausgebeutet oder inspiriert hat. Wahrscheinlich beides, und beides immer. Eigentlich braucht man nur bei Brecht selbst nachzulesen, um seine politische Empathie und die persönliche Ambivalenz Frauen gegenüber zu finden. Steht alles da.

Dem obszönen Dichter Brecht, dem Macho und Frauenanwender, widmet der Insel-Verlag jetzt eines seiner kleinen, bibliophilen Bändchen. Außen verziert mit japanischen Tuschestreifen, innen dekoriert mit erotischen Picasso-Vignetten, erhält die Anthologie erotischer Gedichte "Bertolt Brecht. Über Verführung" einen ästhetischen Kragen, den sich Baal nicht umgebunden hätte. Es handelt sich um eine Sammlung gereimter Brecht-Männerfantasien. Viele der Gedichte, die heute unter dem Label "Explicit Lyrics" laufen würden, wurden zu Lebzeiten Brechts nicht publiziert.

Auf ihre Weise sind solche Verse inzwischen vor allem Zeitzeugnisse, deren "Tabubrüche" die Grenzen der Geschlechtergeographie einer vergangenen Epoche zeigen. Besonders sympathische Verse sind die meisten dennoch nicht. Aber man soll auch das Bessere sehen, etwa in den Strophen " Über die Verführung von Engeln". Da rät und verrät Brecht: "Engel verführt man gar nicht oder schnell. / Verzieh ihn einfach in den Hauseingang/ (... ) Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen / dann halt ihn fest und laß ihn zwei Mal kommen / Sonst hat er Dir am Ende einen Schock", um mit einem Hinweis auf Schonung zu enden: "Doch schau ihm nicht beim Ficken ins Gesicht. Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht." Immerhin.

Irgendwie rührend ist es auch, wenn dem Autor der Männerverse nicht ganz entgeht, dass das Objekt auch seine Freude haben kann und soll. Ein Ich sagt zum Du in "Das neunte Sonett": "Als du das Vögeln lerntest, lehrt ich dich / So vögeln, daß du mich dabei vergaßest / und deine Lust von meinem Teller aßest / Als liebtest du die Liebe und nicht mich." Eine pantheistische Megafantasie schließt sich an, in der das Mann-Ich für das Frau-Du alle Männer verkörpern will, - ungefähr die netteste Art den eigenen Narzissmus zum Wohl des Andern umzuwenden. Das Ganze endet mit der Bekräftigung der didaktischen Absicht: "Ich wollte, daß du nicht viel Männer brauchst / Um einzusehen, was dir vom Mann bestimmt." Bisschen viel Bestimmung und Vorsehung und Einsichtserwartung, aber in einem bibliophilen Bändchen und dann noch von Brecht geht sich das schon aus, old boys."
発行者 eric_harden
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