Disziplin in der Klosterschule 3. Teil
Fortsetzung vom 2. Teil, hier mit Kap. 2:
Kapitel II.
Am späten Abend lieferte Gouvernante Gudrun ihren jungen Schützling an der Klosterpforte ab. Auf Helene machte das alte, graue Gebäude aus massiven Granitsteinen einen düsteren, bedrohlichen Eindruck. Ein kalter Schauer lief ihr durch den jungen Körper, als sich die schwere Pforte mit einem dumpfen Knall hinter ihr schloss. Hier sollte sie nun die nächsten Jahre ihres Teenager-lebens verbringen. Womöglich bei spröden, altjüngferlichen Nonnen!
Sie wurde von einer, so kam es Helene eben vor, alten Nonne in Empfang genommen, die sie vorerst mal zur Oberin brachte. Helene wurde in einen Raum geführt, der bis auf einige hölzerne Sessel und einem viereckigen, großen Tisch vollkommen leer war. Dort ließ man sie eine gute halbe Stunde alleine warten, dann öffnete sich die Türe und die vermutete Oberin trat ein. Sie war eine große, hagere Frau von etwa 50 Jahren, die das Mädchen streng anblickte:
„Willkommen in unseren Mauern, mein Kind“, sagte die Oberin kühl. Helene knickste und stammelte ein schüchternes „Guten Abend!“.
„Bei uns heißt das „Grüß Gott“, Mädchen“, entgegnete die Nonne leicht tadelnd, „bevor ich dich nun in deinem Schlafsaal bringe, möchte ich dir noch einiges sagen. Deine oberste Pflicht hier ist der absolute Gehorsam gegenüber deinen Erzieherinnen und Lehrern, das musst du dir genau merken, sonst wirst du auf das Allerstrengste bestraft! Wir dulden bei uns keinen Ungehorsam! Ich weiß auch, warum du hierher geschickt wurdest“, — Helene errötete bei diesen Worten — „und deshalb werde ich ein besonderes Auge auf dich haben. Fügst du dich in unsere Ordnung, wird dir nichts geschehen. Und hier hast du ein kleines Heftchen, darin findest du unsere Hausgesetze. Präge dir die Hausordnung genau ein und richte dich danach!“
Damit übergab die Oberin ihr das Heft, das Helene mit gemischten Gefühlen entgegen nahm. Die Oberin läutete eine Handschelle, und eine junge Nonne erschien.
„Führe diesen Neuzugang in den Schlafsaal und zeige ihm das Bett, das Helene benutzen wird“, sagte die Oberin. Schweigend drehte sich die Nonne um und bedeutete Helene, ihr zu folgen. Sie nahm ihr Köfferchen und schlich hinter der Nonne einen dunklen Korridor entlang, dann über eine Treppe hoch in den ersten Stock, wieder ein langer, dunkler Gang. Es herrschte eine Totenstille. Waren hier überhaupt lebende Wesen untergebracht?, fragte sich Helene bedrückt. Nur ihre und der Nonne Schritte waren zu hören. Vor einer hohen Holztür blieb die Nonne stehen.
„Hier drinnen soll ich schlafen? Wie viele Mädchen sind denn da drin?“, wollte Helene wissen.
Erschrocken drehte sich die junge Nonnen um, als sie die Stimme des Mädchens hörte, legte einen Finger an die Lippen und flüsterte:
„Ich muss wohl eine Ausnahme machen, weil du neu bist und es noch nicht wissen kannst. Es steht in der Hausordnung, dass von 20 Uhr abends bis 7 Uhr morgens absolutes Sprechverbot herrscht! In dieser Zeit wird auch das Licht ausgeschaltet und es muss absolute Ruhe herrschen, weder Nonnen noch Zöglingen ist es erlaubt, ein Wort zu wechseln. Also halte dich daran!“
Damit öffnete sie die Tür und schlich wie auf Zehenspitzen in den stockfinsteren Raum. Wie eine Schlafwandlerin führte sie Helene an der Hand zu deren Bett und bedeutete ihr, sich auszuziehen und leise niederzulegen. Helene war fassungslos! Das kam ihr ja schlimmer als im Gefängnis vor! Sie war nahe daran, einfach laut aufzuschreien und in Panik davonzulaufen. Stocksteif stand sie eine Weile neben dem in Konturen wahrnehmbaren Bett. Dann legte sie seufzend ihre Kleider im Dunklen ab und legte sich in der Unterwäsche aufs Bett. Die Nonne hatte sich wortlos entfernt, Helene vergrub ihren Kopf im schmalen Kissen und weinte sich in den Schlaf.
/././././
Ein schrilles Läuten riss sie am nächsten Morgen aus dem Schlaf. Orientierungslos schreckte Helene in die Höhe. Sich umsehend gewahrte sie, dass sie sich in einem großen, nüchternen Saal mit etwa 20 Betten befand. Rund um sie herum waren die teils blutjungen Mädchen dabei, aus ihren Betten zu hüpfen und sich anzukleiden. Im offenen Türrahmen stand die junge Nonne von gestern Abend und überwachte den Saal, damit alles ordnungsgemäß vonstatten ging.
Helene, wie immer neugierig und kontaktfreudig, hatte das Sprechverbot inzwischen schon vergessen; zudem wusste sie nicht, wie spät es war. Arglos sprach sie das Mädchen vom Nachbarbett neben ihr an:
„Ich bin neu hier und heiße Helene, komme aus Deutschland vom Schloss Rottenburg. Wie heißt du denn?“
Das angesprochene Mädchen erschrak sichtlich und schwieg. Jetzt erst fiel Helene das Verbot ein und nun erst bemerkte sie, dass außer den Geräuschen des Anziehens kein Laut zu hören war. Natürlich war bei dieser Stille Helenes Frage sogleich von der jungen Nonne registriert worden. Siedend-heiß kam Helene ihr erster Fehler zum Bewusstsein!
Die Nonne ließ aber keine Reaktion erkennen. Schweigend stellten sich die Mädchen in der Unterwäsche in Reih’ und Glied an der Türe an, und Helene tat es ihnen nach. Schweigend ging man gemeinsam zum Waschraum, wo es nur kaltes Wasser gab. Helene schielte nach den anderen Mädels, um sich so wie diese zu verhalten. Dabei musste sie mit Befremden feststellen, dass einige auf ihren Backfischpopos teils frische, teils verblassende Striemen aufwiesen. Einige Mädchen hatte Schamhaare, andere dagegen hatten völlig haarlose Schamspalten wie vorpubertäre ******. Trotzdem waren es durchweg reife Mädchen, wie man an ihren teilweise schon recht üppig entwickelten Brüsten sehen konnte.
Nach dem Waschen ging es schweigend zum fertig Ankleiden, dann in den Frühstücksaal: Ein riesenhafter Raum mit einem langen Tisch, zu dessen beiden Seiten Bänke standen. Darauf nahmen die Mädchen Platz. Am Kopfende saß die Oberin und sprach das Morgengebet. Danach endlich durften auch die Mädchen sprechen, was sie beim Essen auch gleich weidlich ausnützten.
Rechts neben Helene saß das Mädchen, das im Bett neben ihr gelegen und ihre Frage nicht beantwortet hatte. Dieses sprach nun zu Helene:
„Ich konnte dir heute früh nicht antworten, Helene. Ich heiße Ella und bin auch aus Deutschland.“ Nacheinander machten sich dann auch die anderen Mädchen mit Helene bekannt. Das Mädchen zur Linken hieß Yvonne und stammte, wie ihr Akzent eindeutig verriet, aus Frankreich. Sie erklärte Helene:
„Ab abends 8 Uhr dürfen wir bis zum Frühstück nicht miteinander sprechen. Das gehört zur Hausordnung und wer dagegen verstößt, kriegt die Peitsche zu kosten! Leider hast du unwissentlich gegen dieses Gebot verstoßen, und ich fürchte, man wird es dir trotzdem nicht so einfach durchgehen lassen! Die Verschriften sind hier nämlich unnachsichtig streng, und ich kann dir nur raten, dich strikt an sie zu halten, sonst geht es deinem Sitzfleisch schlecht!“
„Mein Gott! Das sind ja Zustände wie vor hundert Jahren“, empörte sich Helene, „so was ist doch heutzutage unvorstellbar! Ich stamme aus einem Schloss, und selbst dort gibt es nicht einmal für unsere Dienstboten so strenge Vorschriften! So was bin ich wahrlich nicht gewöhnt!“
„Das sind wir alle mehr oder weniger nicht“, antwortete Ella, „auch ich komme von einem Schloss und hatte es zu Hause sehr schön! Aber leider ist dort etwas vorgefallen, so dass mich meine Eltern nicht mehr zu Hause haben wollten und mich hierher schickten. Dabei muss ich gestehen, dass es eigentlich nur meine eigene Schuld war.“
Nach einem tiefen Seufzer fuhr Ella fort: „Weißt du, ich wurde von meinem Vater sehr verwöhnt. Um mir eine besonders gute Erziehung angedeihen zu lassen, engagierte er einen begabten Hauslehrer aus Italien. Es war ein junger Mann von etwas über 20 Jahren, schön wie ein junger Gott mit schwarzem Haar und rassiger Figur. Ich junge Pute verliebte mich sogleich in ihn, doch er wollte von meinen Annäherungsversuchen nichts wissen. Immer wieder wies er mich mit dem Hinweis ab, ich sei die Tochter seines Auftraggebers und dass ich deshalb als Schutzbefohlene für ihn tabu sei. Das ärgerte mich maßlos und ich setzte alles daran, ihn zu verführen. Der Ärmste litt sicher fürchterlich unter meinen Launen, das muss ich wohl zugeben. Trotzdem gab er sich alle Mühe, mir eine gute Erziehung, ein fundiertes Wissen und Manieren beizubringen.
Eines Tages beschloss ich, schwerere Geschütze aufzufahren. Ich ließ Lorenzo, so hieß mein Hauslehrer, ausrichten, dass ich ihn an jenem Tag — es war heiß und schwül — statt am Vormittag diesmal erst am Nachmittag zum Unterricht erwarte. Natürlich war ich entsprechend leicht, nein besser gesagt frivol-leger bekleidet.
Lorenzo klopfte pünktlich an meine Tür; ich lag als vermeintlich von der Hitze Erschöpfte auf meinem Bett und hauchte ein dünnes ‘Herein’. Er trat ein und war ein wenig erstaunt, mich nicht am Tisch sitzend vorzufinden. Aber schließlich war er meine Eskapaden ja gewöhnt und sagte nichts, verbeugte sich kurz und trat an den Tisch. Scheinheilig bat ich ihn um Entschuldigung, weil mir nicht ganz wohl sei, und ob er mir nicht ein Glas Wasser bringen könne. Er tat dies natürlich sofort. Und als er mir das Wasser reichte, packte ich seine Hand und zog ihn zu mir auf das Bett, auf dem ich halbnackt wie zum Vernaschen bereit lag. Er war auf die Attacke wohl nicht vorbereitet, denn er verlor das Gleichgewicht, das Glas mit Wasser fiel ihm aus der Hand und er stürzte direkt auf mich drauf. Hastig versuchte er aufzustehen, aber ich hielt ihn wie mit Schraubstöcken fest.
‘Aber Fräulein Ella’, rief er verwirrt aus, ‘ich bitte Sie, so lassen Sie mich doch aus! Sie bringen mich ja in eine schrecklich peinliche Lage!’
‘Ist die Lage auf meinem Bett denn so schrecklich für Sie, lieber Herr Lorenzo?’, fragte ich künstlich verwundert mit unschuldigem Blick.
Er stammelte was von Missverständnis und verfänglicher Situation und wenn uns jemand so überraschen würde usw., aber ich zog ihn nur noch enger an mich, versuchte seinen Mund zu küssen und forderte ihn auf, ein Mann zu sein und mich zu umarmen.
Fortsetzung folgt in Kürze
Kapitel II.
Am späten Abend lieferte Gouvernante Gudrun ihren jungen Schützling an der Klosterpforte ab. Auf Helene machte das alte, graue Gebäude aus massiven Granitsteinen einen düsteren, bedrohlichen Eindruck. Ein kalter Schauer lief ihr durch den jungen Körper, als sich die schwere Pforte mit einem dumpfen Knall hinter ihr schloss. Hier sollte sie nun die nächsten Jahre ihres Teenager-lebens verbringen. Womöglich bei spröden, altjüngferlichen Nonnen!
Sie wurde von einer, so kam es Helene eben vor, alten Nonne in Empfang genommen, die sie vorerst mal zur Oberin brachte. Helene wurde in einen Raum geführt, der bis auf einige hölzerne Sessel und einem viereckigen, großen Tisch vollkommen leer war. Dort ließ man sie eine gute halbe Stunde alleine warten, dann öffnete sich die Türe und die vermutete Oberin trat ein. Sie war eine große, hagere Frau von etwa 50 Jahren, die das Mädchen streng anblickte:
„Willkommen in unseren Mauern, mein Kind“, sagte die Oberin kühl. Helene knickste und stammelte ein schüchternes „Guten Abend!“.
„Bei uns heißt das „Grüß Gott“, Mädchen“, entgegnete die Nonne leicht tadelnd, „bevor ich dich nun in deinem Schlafsaal bringe, möchte ich dir noch einiges sagen. Deine oberste Pflicht hier ist der absolute Gehorsam gegenüber deinen Erzieherinnen und Lehrern, das musst du dir genau merken, sonst wirst du auf das Allerstrengste bestraft! Wir dulden bei uns keinen Ungehorsam! Ich weiß auch, warum du hierher geschickt wurdest“, — Helene errötete bei diesen Worten — „und deshalb werde ich ein besonderes Auge auf dich haben. Fügst du dich in unsere Ordnung, wird dir nichts geschehen. Und hier hast du ein kleines Heftchen, darin findest du unsere Hausgesetze. Präge dir die Hausordnung genau ein und richte dich danach!“
Damit übergab die Oberin ihr das Heft, das Helene mit gemischten Gefühlen entgegen nahm. Die Oberin läutete eine Handschelle, und eine junge Nonne erschien.
„Führe diesen Neuzugang in den Schlafsaal und zeige ihm das Bett, das Helene benutzen wird“, sagte die Oberin. Schweigend drehte sich die Nonne um und bedeutete Helene, ihr zu folgen. Sie nahm ihr Köfferchen und schlich hinter der Nonne einen dunklen Korridor entlang, dann über eine Treppe hoch in den ersten Stock, wieder ein langer, dunkler Gang. Es herrschte eine Totenstille. Waren hier überhaupt lebende Wesen untergebracht?, fragte sich Helene bedrückt. Nur ihre und der Nonne Schritte waren zu hören. Vor einer hohen Holztür blieb die Nonne stehen.
„Hier drinnen soll ich schlafen? Wie viele Mädchen sind denn da drin?“, wollte Helene wissen.
Erschrocken drehte sich die junge Nonnen um, als sie die Stimme des Mädchens hörte, legte einen Finger an die Lippen und flüsterte:
„Ich muss wohl eine Ausnahme machen, weil du neu bist und es noch nicht wissen kannst. Es steht in der Hausordnung, dass von 20 Uhr abends bis 7 Uhr morgens absolutes Sprechverbot herrscht! In dieser Zeit wird auch das Licht ausgeschaltet und es muss absolute Ruhe herrschen, weder Nonnen noch Zöglingen ist es erlaubt, ein Wort zu wechseln. Also halte dich daran!“
Damit öffnete sie die Tür und schlich wie auf Zehenspitzen in den stockfinsteren Raum. Wie eine Schlafwandlerin führte sie Helene an der Hand zu deren Bett und bedeutete ihr, sich auszuziehen und leise niederzulegen. Helene war fassungslos! Das kam ihr ja schlimmer als im Gefängnis vor! Sie war nahe daran, einfach laut aufzuschreien und in Panik davonzulaufen. Stocksteif stand sie eine Weile neben dem in Konturen wahrnehmbaren Bett. Dann legte sie seufzend ihre Kleider im Dunklen ab und legte sich in der Unterwäsche aufs Bett. Die Nonne hatte sich wortlos entfernt, Helene vergrub ihren Kopf im schmalen Kissen und weinte sich in den Schlaf.
/././././
Ein schrilles Läuten riss sie am nächsten Morgen aus dem Schlaf. Orientierungslos schreckte Helene in die Höhe. Sich umsehend gewahrte sie, dass sie sich in einem großen, nüchternen Saal mit etwa 20 Betten befand. Rund um sie herum waren die teils blutjungen Mädchen dabei, aus ihren Betten zu hüpfen und sich anzukleiden. Im offenen Türrahmen stand die junge Nonne von gestern Abend und überwachte den Saal, damit alles ordnungsgemäß vonstatten ging.
Helene, wie immer neugierig und kontaktfreudig, hatte das Sprechverbot inzwischen schon vergessen; zudem wusste sie nicht, wie spät es war. Arglos sprach sie das Mädchen vom Nachbarbett neben ihr an:
„Ich bin neu hier und heiße Helene, komme aus Deutschland vom Schloss Rottenburg. Wie heißt du denn?“
Das angesprochene Mädchen erschrak sichtlich und schwieg. Jetzt erst fiel Helene das Verbot ein und nun erst bemerkte sie, dass außer den Geräuschen des Anziehens kein Laut zu hören war. Natürlich war bei dieser Stille Helenes Frage sogleich von der jungen Nonne registriert worden. Siedend-heiß kam Helene ihr erster Fehler zum Bewusstsein!
Die Nonne ließ aber keine Reaktion erkennen. Schweigend stellten sich die Mädchen in der Unterwäsche in Reih’ und Glied an der Türe an, und Helene tat es ihnen nach. Schweigend ging man gemeinsam zum Waschraum, wo es nur kaltes Wasser gab. Helene schielte nach den anderen Mädels, um sich so wie diese zu verhalten. Dabei musste sie mit Befremden feststellen, dass einige auf ihren Backfischpopos teils frische, teils verblassende Striemen aufwiesen. Einige Mädchen hatte Schamhaare, andere dagegen hatten völlig haarlose Schamspalten wie vorpubertäre ******. Trotzdem waren es durchweg reife Mädchen, wie man an ihren teilweise schon recht üppig entwickelten Brüsten sehen konnte.
Nach dem Waschen ging es schweigend zum fertig Ankleiden, dann in den Frühstücksaal: Ein riesenhafter Raum mit einem langen Tisch, zu dessen beiden Seiten Bänke standen. Darauf nahmen die Mädchen Platz. Am Kopfende saß die Oberin und sprach das Morgengebet. Danach endlich durften auch die Mädchen sprechen, was sie beim Essen auch gleich weidlich ausnützten.
Rechts neben Helene saß das Mädchen, das im Bett neben ihr gelegen und ihre Frage nicht beantwortet hatte. Dieses sprach nun zu Helene:
„Ich konnte dir heute früh nicht antworten, Helene. Ich heiße Ella und bin auch aus Deutschland.“ Nacheinander machten sich dann auch die anderen Mädchen mit Helene bekannt. Das Mädchen zur Linken hieß Yvonne und stammte, wie ihr Akzent eindeutig verriet, aus Frankreich. Sie erklärte Helene:
„Ab abends 8 Uhr dürfen wir bis zum Frühstück nicht miteinander sprechen. Das gehört zur Hausordnung und wer dagegen verstößt, kriegt die Peitsche zu kosten! Leider hast du unwissentlich gegen dieses Gebot verstoßen, und ich fürchte, man wird es dir trotzdem nicht so einfach durchgehen lassen! Die Verschriften sind hier nämlich unnachsichtig streng, und ich kann dir nur raten, dich strikt an sie zu halten, sonst geht es deinem Sitzfleisch schlecht!“
„Mein Gott! Das sind ja Zustände wie vor hundert Jahren“, empörte sich Helene, „so was ist doch heutzutage unvorstellbar! Ich stamme aus einem Schloss, und selbst dort gibt es nicht einmal für unsere Dienstboten so strenge Vorschriften! So was bin ich wahrlich nicht gewöhnt!“
„Das sind wir alle mehr oder weniger nicht“, antwortete Ella, „auch ich komme von einem Schloss und hatte es zu Hause sehr schön! Aber leider ist dort etwas vorgefallen, so dass mich meine Eltern nicht mehr zu Hause haben wollten und mich hierher schickten. Dabei muss ich gestehen, dass es eigentlich nur meine eigene Schuld war.“
Nach einem tiefen Seufzer fuhr Ella fort: „Weißt du, ich wurde von meinem Vater sehr verwöhnt. Um mir eine besonders gute Erziehung angedeihen zu lassen, engagierte er einen begabten Hauslehrer aus Italien. Es war ein junger Mann von etwas über 20 Jahren, schön wie ein junger Gott mit schwarzem Haar und rassiger Figur. Ich junge Pute verliebte mich sogleich in ihn, doch er wollte von meinen Annäherungsversuchen nichts wissen. Immer wieder wies er mich mit dem Hinweis ab, ich sei die Tochter seines Auftraggebers und dass ich deshalb als Schutzbefohlene für ihn tabu sei. Das ärgerte mich maßlos und ich setzte alles daran, ihn zu verführen. Der Ärmste litt sicher fürchterlich unter meinen Launen, das muss ich wohl zugeben. Trotzdem gab er sich alle Mühe, mir eine gute Erziehung, ein fundiertes Wissen und Manieren beizubringen.
Eines Tages beschloss ich, schwerere Geschütze aufzufahren. Ich ließ Lorenzo, so hieß mein Hauslehrer, ausrichten, dass ich ihn an jenem Tag — es war heiß und schwül — statt am Vormittag diesmal erst am Nachmittag zum Unterricht erwarte. Natürlich war ich entsprechend leicht, nein besser gesagt frivol-leger bekleidet.
Lorenzo klopfte pünktlich an meine Tür; ich lag als vermeintlich von der Hitze Erschöpfte auf meinem Bett und hauchte ein dünnes ‘Herein’. Er trat ein und war ein wenig erstaunt, mich nicht am Tisch sitzend vorzufinden. Aber schließlich war er meine Eskapaden ja gewöhnt und sagte nichts, verbeugte sich kurz und trat an den Tisch. Scheinheilig bat ich ihn um Entschuldigung, weil mir nicht ganz wohl sei, und ob er mir nicht ein Glas Wasser bringen könne. Er tat dies natürlich sofort. Und als er mir das Wasser reichte, packte ich seine Hand und zog ihn zu mir auf das Bett, auf dem ich halbnackt wie zum Vernaschen bereit lag. Er war auf die Attacke wohl nicht vorbereitet, denn er verlor das Gleichgewicht, das Glas mit Wasser fiel ihm aus der Hand und er stürzte direkt auf mich drauf. Hastig versuchte er aufzustehen, aber ich hielt ihn wie mit Schraubstöcken fest.
‘Aber Fräulein Ella’, rief er verwirrt aus, ‘ich bitte Sie, so lassen Sie mich doch aus! Sie bringen mich ja in eine schrecklich peinliche Lage!’
‘Ist die Lage auf meinem Bett denn so schrecklich für Sie, lieber Herr Lorenzo?’, fragte ich künstlich verwundert mit unschuldigem Blick.
Er stammelte was von Missverständnis und verfänglicher Situation und wenn uns jemand so überraschen würde usw., aber ich zog ihn nur noch enger an mich, versuchte seinen Mund zu küssen und forderte ihn auf, ein Mann zu sein und mich zu umarmen.
Fortsetzung folgt in Kürze
7年前