Das magische Tor 6
Sobald wir den Saal verlassen hatten, wurden uns Augenbinden angelegt.
Weiche Kissen drückten sanft auf die Augen und wurden von einem
elastischen Band um den Kopf gehalten. Ich konnte absolut nichts mehr
sehen.
Wir wurden hinaus gezerrt. Da ich in meinen Ballettstiefeln kaum gehen
konnte, stützte mich einer der Männer massiv. Naja, ein wenig mogelte
ich schon. Eigentlich ziemlich viel. Die letzte Zeit hatte ich viel in
hohen Absätzen zugebracht, teilweise auch in extrem hohen. Ich fand
bei den 'normalen' Schuhen mit sehr hohen Absätzen die stark
abgewinkelten Zehen unbequemer als den gerade ausgestreckten Fuß in
den Ballettstiefeln.
Durch Zufall passten die Stiefel absolut perfekt. Es waren auch
sicherlich keine preiswerten, denn sie waren aufwändig gearbeitet.
Meine Ballettübungen halfen natürlich auch sehr, dass ich mich in den
Schuhen problemlos zurechtfand. Aber das sollte niemand wissen. Denn
auf Grund der Schuhe war ich die Einzige ohne Fußfessel.
Da ich nichts mehr sehen konnte, achtete ich um so mehr auf Geräusche.
Nicht so einfach mit der fest sitzenden Haube um den Kopf. Aber eines
war klar: Wir wurden in einen Lieferwagen gehoben. Mit den vielen
Männern wurde es ziemlich eng. Aber dadurch hatten wir auch Halt, da
wir uns naturgemäß nicht selber festhalten konnten. Nach längerer
Fahrt kamen wir an.
Wir wurden in ein Gebäude gebracht. Schließlich wurden uns die
Augenbinden wieder abgenommen. Wir befanden uns in einem geräumigen
Raum. An dem winzigen Fenster weit oben war zu erkennen, dass es ein
Keller war. Auf dem Boden lagen einige Matratzen, auf die wir gelegt
wurden.
Dann gingen alle Männer, machten das Licht aus und schlossen die Tür
ab. Einige Frauen fingen an laut zu stöhnen oder sonstige Geräusche zu
machen, die ihnen ihre Knebel erlaubten. Manche wälzten sich hin und
her. Ich machte nicht mit. Es war völlig sinnlos. Niemand würde uns
hören oder sehen. Statt mich zu verausgaben, wollte ich so viel
Energie wie möglich tanken. Es musste schon weit nach Mitternacht
sein. Also war Schlafen das einzig Sinnvolle.
Aber der Schlaf wollte so schnell nicht kommen. Das lag unter anderem
an den auf den Rücken gebundenen Armen. Aber noch mehr ging mir durch
den Kopf, was ich vorhin gedacht hatte. Die Einzige. Nicht der
Einzige. Äußerlich betrachtet war das auch korrekt. Nur wenig
erinnerte noch an einen Mann. Mir fehlten zwar ein paar Kurven; meine
Hüften waren schmal und der Oberkörper etwas breiter als normal.
Männlich sah ich trotzdem nicht aus, vielleicht wie eine Schwimmerin.
Die Brüste lenkten aber davon ab.
Irgendwie machten mich die Brüste mehr zur Frau als die Vagina. Die
sah man nicht, aber die Brüste waren nicht zu verstecken. Würde etwas
anders sein, wenn ich noch einen Penis hätte? Wohin ging diese Reise?
Wenn ich diese Entführung überstanden hätte, könnte ich in ein oder
zwei Wochen wieder ohne Brüste sein. Wollte ich das? Was wollte ich
sein, Mann oder Frau? Noch lange Zeit grübelte ich, bis ich
einschlief.
*-*
Der Morgen war an einem leichten Lichtschein durch das Kellerfenster
zu erkennen. Jetzt schmerzten die Arme und Schultern so stark, dass
ich nicht mehr Schlafen konnte. Es wurde Zeit diese Fessel los zu
werden.
Wie auf Bestellung öffnete sich die Tür und zwei Männer kamen herein.
Sie waren wieder maskiert. Nachdem sie sich überzeugt hatten, dass
alle wach waren, sprach einer von ihnen.
"Ich will mich kurz fassen. Euch wird nichts geschehen, wenn ihr euch
vernünftig verhaltet. Die nächsten Tage werden etwas unangenehm sein,
da ihr weiterhin gefesselt sein werdet. Und auch auf die Knebel werden
wir nicht verzichten können, ebenso wie die Masken. Es ist besser,
wenn ihr euch erst einmal nicht kennt. Vermutlich wollt ihr auch nicht
erkannt werden, es ist also auch in eurem Interesse."
"Wir haben hier einen großen Vorrat an Fetisch und Bondage Artikeln.
Wenn ihr kooperiert, könnt ihr euch das aussuchen, was euch am besten
gefällt. Stellt ihr euch quer, suchen wir etwas aus. Nach der ganzen
Zeit in Gummi werdet ihr euch eine Dusche wünschen. Nun, wir sind
keine Unmenschen. Ihr werdet gleich nacheinander ins Bad geführt. Ihr
bekommt dabei auch Essen und Trinken. Du bist die Erste."
Sie schleppten meine Nachbarin nach draußen. Sie wehrte sich so weit
sie konnte. Etwas später hörte ich gedämpft eine weibliche Stimme
schreien. Ein paar Minuten später wurde sie wieder zu uns geführt. Sie
hatte immer noch denselben Latex Overall an. Aber statt der Kopfmaske
hatte sie nun eine große schwarze Kugel, wie ein Ball. Makellos rund,
und ohne sichtbare Öffnungen. Anscheinend aufgeblasen. Wie sie Luft
bekam war nicht zu sehen.
Die Hände steckten in ebensolchen Kugeln. Die alten Fesseln waren
entfernt worden, sie trug nur ein paar Handschellen. Eigentlich waren
die auch Überflüssig, denn wie sollte sie mit den Kugeln um die Hände
etwas machen? Wenigstens konnte sie sich bequem hinlegen, wenn ich
auch nicht glaube, dass sie sich in dem verschwitzen Gummi wohl
fühlte. Es war mir absolut unverständlich, warum sie sich so unklug
verhalten hatte.
"Sie war leider gar nicht nett. Nun, jetzt hat sie Zeit in Ruhe und
ohne Ablenkung darüber nachzudenken. Du bist die Nächste."
Ich wurde auf die Beine gestellt und ins Bad gebracht. Dort nahm man
mir als erstes die Kopfmaske ab. Meine schönen Haare waren in einem
jämmerlichen Zustand. Hmm, ich glaube, mein Gehirn ist auch
geschädigt. Als ob die Haare momentan von irgendwelchem Interesse
wären.
Während die Armfessel gelöst wurde, sprach der Mann zu mir "Ich sehe,
du bist immer noch vernünftig. Von dir wollen wir eigentlich nichts,
aber natürlich können wir dich nicht laufen lassen. Sei weiterhin
kooperativ, dann wirst du mit den anderen freigelassen."
Ich nickte nur und gab keine Antwort. Die Schultern schmerzten sehr,
als sie in ihre normale Position zurückkehrten.
"Schmerzen?"
Ich nickte stumm.
"Tut mir leid. Da hattest du doppelt Pech. Erst am falschen Ort zur
falschen Zeit, und dann die unbequemste Fessel. Wir hatten sie bei den
anderen Frauen nicht verwendet, aber bei dir hatten wir nichts anderes
mehr. Eine lange heiße Dusche dürfte helfen."
Bald hatte ich nur noch den Latex Overall an. Der Mann wollte sich
zurückziehen, aber ich sagte "Bitte hilf mir. Mit meinen schmerzenden
Armen bekomme ich das nicht aus."
Er zog mir den Anzug aus. Gerne hätte ich sein Gesicht gesehen, denn
er machte einen unsicheren, verlegenen Eindruck. Dann war ich alleine,
und stieg unter die Dusche. Das half. Der heiße Wasserstrahl massierte
meine Schultern und vertrieb die Schmerzen. Eine Viertelstunde später
fühlte ich mich wieder wohl.
Ich trocknete mich ab. An der Wand war ein Fön, und so bekam ich auch
meine Haare trocken. Ich hatte sie nicht geschnitten, sie reichten
immer noch bis über meinen Po. Entsprechend lange dauerte das Fönen.
Ich wickelte mich in ein Handtuch und klopfte an die Tür. Der Mann
öffnete und führte mich zu einem anderen Raum.
"Das hat ja ganz schön lange gedauert. Wenn das so weitergeht, sind
wir mittags noch nicht fertig. Ich lasse dich hier alleine, denn du
bist wohl vernünftig genug, keinen Blödsinn anzustellen. Hier sind
belegte Brötchen und Getränke. Beeil dich aber, denn wenn die nächste
mit Duschen fertig ist, will ich dich angezogen sehen. Angezogen heißt
inklusive Fesseln. Wenn etwas fehlt, mache ich das, und das dürfte dir
nicht gefallen. Klar?"
Ich nickte wieder, und dann war ich in dem Raum allein. Ich setzte
mich an den kleinen Tisch, um etwas zu essen. Dabei betrachtete ich
den Raum. Er war sehr groß. An den Wänden waren Regale mit unzähligen
Fetisch und Bondage Artikeln. In der Mitte Ständer mit Kleidung.
Nachdem ich einen Orangensaft und eine Tasse Kaffee ge******n hatte,
ging ich mit einem Brötchen in der Hand durch den Raum.
Woher hatten diese Leute die vielen Sachen? Das war eine riesige
Auswahl. Eher ein Geschäftsraum als ein Hobbykeller.
Trotz der vielen Sachen war die Auswahl klein. Die Auswahl an
tragbaren Sachen. Es gab nichts Normales. Die Kleidung war fast
ausschließlich aus Gummi, einige Sachen aus Leder. Gummi kam nicht in
Frage, denn ich würde die Sachen lange anhaben. Viele der Ledersachen
waren zu klein, Strings und BHs. Da würde ich frieren. Die Korsetts
waren auch nichts, und so blieb ein Body.
Es gab nur zwei oder drei in meiner Größe, ich bin halt ein großes
Mädchen. Und die waren alle gleich, mit zwei Innendildos. Klasse. Aber
was half's, immer noch besser als Gummi. Ich zog ihn an. Bald war mein
Oberkörper komplett in Leder gehüllt, ein breites Halsband war das
obere Ende. Viele Ringe waren daran befestigt und glänzten silbern auf
dem schwarzen Leder.
Die Arme und Beine waren noch nackt, und wurden langsam kühl. Ein paar
oberschenkelhohe Stiefel umhüllten bald meine Beine Wie nicht anders
zu erwarten mit extrem hohen Absätzen. Für die Arme fand ich ein paar
lange Handschuhe.
Nun kamen die Maske oder Kopfhaube. Ein wenig zögerte ich, dann wählte
ich eine aus Leder mit Öffnungen für Augen, Nase und Mund. Hinten
hatte sie ein Loch für meine Haare. Das war wesentlich angenehmer als
Gestern, wo die Haare innen in die Haube gestopft worden waren. Ich
zog sie an und fummelte die Haare durch das Loch. Sie passte perfekt
und war bequem. Nun noch die Handschuhe, und ich stellte mich vor den
Spiegel. Bis auf kurze Streifen nackte Haut an den Oberarmen und
Oberschenkeln war ich komplett in schwarzes Leder gehüllt. Die blonden
Haare sahen auf dem Leder toll aus.
Jetzt kam ein schwieriger Teil. Die Fesseln. Sollte ich mich wirklich
selber fesseln? Ich zögerte, dann dachte ich an die andere Frau. Das
gab den Ausschlag. Von den Knebeln war der kleinste ein roter
Ballknebel. Ich seufzte und nahm ihn in den Mund, um dann die Schnalle
hinter dem Kopf zu schließen.
Die meisten Fesseln schieden aus, da zu unbequem. Nach einigem Zögern
wählte ich eine: Eine lange Kette verband zwei Fuß- und Handschellen
und ging weiter bis zum Hals. Ohne lange nachzudenken befestigte ich
die Kette mit einem Schloss an einen Ring meines Halsbandes. Dann
klickten die Schellen zuerst um die Fußgelenke, und dann um die
Handgelenke. Die Kette an den Füßen war sehr kurz, an den Händen gab
es gar keine, die Schellen waren direkt miteinander befestigt.
Ich setzte mich wieder an den Tisch. Die Unwirklichkeit der Situation
wurde mir bewusst. Ich hatte mir selber Leder Fetischkleidung
angezogen, und mich dann auch noch geknebelt und gefesselt. Unfassbar.
*-*
Bis jemand kam hatte ich Zeit nachzudenken. Ich bereute nun, so
schnell gehandelt zu haben. Aber ich stand unter einem ziemlichen
Stress. Die Situation machte mich besorgt, und vor manchen Sachen
hatte ich regelrecht Angst. Entführungen konnten schnell schief gehen.
Auch wenn die Männer nicht übermäßig brutal wirkten, konnte die
Situation eskalieren. Man hörte immer wieder von Entführungen wo die
Opfer starben.
Aber ich hatte auch Angst davor so wie die andere Frau zu Enden. Das
war alles andere als bequem. Vor allem konnte ich dann nicht mehr nach
einer Fluchtmöglichkeit suchen.
Der Mann war zufrieden. Ich fand das weniger gut. Als ich wieder auf
meiner Matratze lag, gab es nichts zu tun außer nachdenken. Was ich
dann auch tat.
Vom Essen und Duschen abgesehen gab es keine Abwechslung. Ich schlief
oder befand mich in einem pseudo-wachen Zustand. Ich befand mich nicht
mehr in der Realität, alles war wie in einem Rausch.
Ich weiß nicht mehr, in wie vielen verschiedenen Outfits ich mich
befunden hatte. Es war alles unwirklich. Ich kam aus meiner Traumwelt
erst wieder in einem Krankenhaus zu mir.
*-*
Als ich in einem hellen Raum einen Arzt vor mir sah, war das zuerst
ein Schock. Erst langsam kam die Erkenntnis, dass ich wie eine normale
Frau aussah, und nichts zu befürchten war. Ich beruhigte mich. Der
Arzt stellte meine offensichtliche Gesundheit fest, und da ich wieder
bei Sinnen war, konnte ich entlassen werden.
Zwei Stunden später kam einen tränenaufgelöste Sandra und brachte mir
etwas zum Anziehen. Die Tränen waren zum Schluss Freudentränen, aber
wir konnten kaum miteinander sprechen, denn auch ich war in Tränen.
Tränen der Erleichterung.
Zuhause legte ich mich schnell ins Bett. Obwohl ich die letzte Zeit
viel geschlafen hatte, war ich todmüde. Ich schlief sofort ein.
*-*
Es war dunkel, als ich wieder aufwachte. Etwas stimmte nicht. Sandra
schlief neben mir. Das war OK. Es gab auch kein Geräusch, alles war
friedlich. Aber trotzdem, etwas stimmte nicht. Ich stand auf.
Vielleicht musste ich nur auf die Toilette? Ich ging ins Bad. Im
Spiegel sah ich mich im Pyjama. Oh nein, das durfte nicht sein. Panik
stieg in mir auf.
Schnell, schnell, bevor jemand etwas merkt. In unserem neuen Haus
hatten wir ein 'Spielzimmer', in dem alle spezielle Kleidung war, wie
z.B. Gummi. Latex, das war es, was ich suchte. Ich zog mich aus und
fand das Gummi Dienstmädchen Kostüm, das ich ganz zu Anfang bei Sandra
einmal getragen hatte. So schnell es ging zog ich es an, und bald
waren Nase, Augen und Mund die einzigen Stellen, die nicht von Gummi
bedeckt waren. Ich beruhigte mich etwas.
Aber noch etwas war nicht OK. Nach dem Anlegen des Penisknebels fühlte
ich mich noch etwas besser. Als ich die Fußfessel anlegte, kam Sandra
in das Zimmer. Sie schaute nur erstaunt, aber ich bekam es mit der
Angst zu tun. Schnell reichte ich ihr die Armfessel und hielt ihr die
ausgestreckten Arme hin.
Warum machte sie nichts? Was hatte ich falsch gemacht? Zitternd hielt
ich ihr wieder die Arme hin. Jetzt legte sie mir die Fessel an. Ich
beruhigte mich. Sie führte mich zum Bett. Alles war gut, und ich
schlief ein.
*-*
Als ich aufwachte, schaute mir Sandra besorgt in die Augen. Wieso war
ich gefesselt und ganz in Gummi? Ich hielt Sandra die Arme hin.
"Soll ich die Fessel abmachen?"
Ich nickte. Als sie entfernt war, zog ich mich aus und ging unter die
Dusche. Danach ging ich, nur im Bademantel, zu Sandra. Sie hatte
mittlerweile Frühstück gemacht. Besorgt schaute sie mich an und fragte
mich "Weißt du, warum du die Sachen anhattest?"
Ich schüttelte den Kopf.
"Weißt du, wie lange du weg warst?"
"Drei oder vier Tage?"
"Oh Tim. Der Arzt hatte so etwas befürchtet. Du warst fast drei Wochen
entführt. Du warst, wie die anderen Frauen, die ganze Zeit unter
******. Es ist nicht klar, was du bekommen hast, aber es müssen Mittel
gewesen sein, die dich empfänglich für Suggestionen gemacht hast. Du
hast so etwas wie eine Hypnose bekommen.
Gestern Nacht bist du auf einmal aufgestanden. Ich war erst beruhigt,
als du auf die Toilette gingst. Aber dann bist du ganz panisch in
unser Spielzimmer gegangen und hast dir das Latex Kostüm angezogen.
Als ich zu dir kam hast du geschaut wie ein Reh im Scheinwerferlicht.
Erst als ich dir die Fessel angelegt hatte, beruhigtest du dich. Du
weist nichts davon?"
"Nein, nichts. Ich erinnere mich daran, mit dir ins Bett gegangen zu
sein, und dann wachte ich gefesselt auf."
"Wie hast du dich dann gefühlt?"
"OK. Nein, eigentlich sogar gut. Warum?"
"Das ist nicht normal. Es kann Spaß machen, für kurze Zeit. Für ein
erotisches Spielchen. Aber nicht, um darin zu schlafen."
"Ich weiß nicht, warum. Aber ich fühlte mich wohl, so, als ob alles
richtig wäre."
"Der Arzt hatte gehofft, das mit dem Abklingen der Wirkung der ******
alles vorbei wäre. Aber anscheinend gibt es Spätfolgen."
"Ich fühle mich völlig normal. Der Bademantel ist ein wenig kühl, aber
sonst ist alles OK. Oder nicht?"
"Ich sehe an deinen Augen, dass etwas nicht stimmt. Du hast so einen
merkwürdigen Blick."
"Ich merke nichts. Aber ich muss mir etwas anziehen."
"Gut, ich warte hier."
Ein paar Minuten später kam ich zurück.
Sandra sagte zu mir "Schließe deine Augen. Gut. Jetzt sage mir, was du
anhast."
"Meinen schwarzen Jogginganzug."
"OK, mache die Augen auf."
Ich schaute an mir herunter. Alles Schwarz. Aber auch alles aus Latex.
"Du siehst, wir haben ein Problem. Ich denke, du wirst auch bald
wieder gefesselt und geknebelt sein wollen."
"Du hast recht. Ich spüre so einen merkwürdigen Drang. So, als ob ich
nackt wäre. Jetzt, da ich bewusst darüber nachdenke, kann ich es
kontrollieren. Aber ohne deine Bemerkung wäre ich wohl schon auf dem
Weg zurück ins Spielzimmer."
"Dur warst drei Tage im Krankenhaus, bis du zu dir kamst. Der Arzt
wollte dich nicht entlassen, aber ich bestand darauf. Du hast keine
Identität als Frau. Es wäre schnell zu Problemen gekommen. Ich habe
erzählt, dass wir einen guten Arzt in der Familie haben, und er die
weitere Behandlung übernimmt. Nebenbei bemerkt, ich habe dich dort als
meine Schwester ausgegeben. Sie weiß ja alles und gibt Rückendeckung."
"Und nun?"
"Das frage ich dich. Was sollen wir machen?"
"Ich glaube nicht, dass hier ein Arzt helfen kann, ohne Wissen
darüber, was mit mir gemacht worden ist?"
"Richtig. Man weiß fast nichts. Die Blutuntersuchung hat einige Reste
von bekannten Psychopharmaka ergeben, aber auch unbekanntes. Und
vermutlich waren viele Stoffe bereits abgebaut. Du weist nichts
darüber?"
"Nichts. Ich kann mich an die Entführung erinnern, und an den nächsten
Morgen. Das letzte, was ich weiß, ist, dass ich darüber nachdachte,
wie ich entkommen könnte. Ab da verschwimmt alles. So in etwa, wie
wenn man über früheste Kindheitserlebnisse nachdenkt. Man erinnert
sich an ein paar Ereignisse, aber das Meiste ist vergessen."
"Selbst ein guter Arzt wird damit große Probleme haben. Es sei denn,
die Entführer werden geschnappt, und erzählen dann, was sie gemacht
haben."
"Ich denke, Entführungen und Erpressungen gehen heutzutage spätestens
bei der Geldübergabe schief?"
"Die Leute kannten sich extrem gut in internationalen Geldgeschäften
aus. Das Geld wanderte so schnell von Ort zu Ort um die Welt, dass die
Experten irgendwann die Fährte verloren haben."
"Also wohl keine Hoffung. Aber vielleicht kann ich das nun
kontrollieren, wo es mir nun bewusst ist?
"Probieren wir es. Zieh dich um."
Ich kam diesmal tatsächlich in meinem Jogging Anzug zurück. Aber ich
fühlte mich nicht wohl. So, als ob ich als Mann Frauenkleidung
anhätte. Ich meine natürlich als normaler Mann, vor den Ereignissen
mit dem Tor. Man ist angezogen, darf aber von niemand gesehen werden.
Ich musste mich sehr darauf konzentrieren, mich bewusst ablenken.
Nach dem Mittagessen wurde ich müde und legte mich für eine Siesta ins
Bett. Ich wachte in Latex, gefesselt und geknebelt auf. Den Nachmittag
verbrachte ich wieder in normalen Sachen. Aber am nächsten Morgen
wachte ich wieder in Fesseln auf.
"Dir ist klar, dass es so nicht weiter gehen kann?"
"Sicher. Aber ein Arzt wird kaum helfen können."
"Da bleibt nur eines."
"Richtig. Das Tor."
Weiche Kissen drückten sanft auf die Augen und wurden von einem
elastischen Band um den Kopf gehalten. Ich konnte absolut nichts mehr
sehen.
Wir wurden hinaus gezerrt. Da ich in meinen Ballettstiefeln kaum gehen
konnte, stützte mich einer der Männer massiv. Naja, ein wenig mogelte
ich schon. Eigentlich ziemlich viel. Die letzte Zeit hatte ich viel in
hohen Absätzen zugebracht, teilweise auch in extrem hohen. Ich fand
bei den 'normalen' Schuhen mit sehr hohen Absätzen die stark
abgewinkelten Zehen unbequemer als den gerade ausgestreckten Fuß in
den Ballettstiefeln.
Durch Zufall passten die Stiefel absolut perfekt. Es waren auch
sicherlich keine preiswerten, denn sie waren aufwändig gearbeitet.
Meine Ballettübungen halfen natürlich auch sehr, dass ich mich in den
Schuhen problemlos zurechtfand. Aber das sollte niemand wissen. Denn
auf Grund der Schuhe war ich die Einzige ohne Fußfessel.
Da ich nichts mehr sehen konnte, achtete ich um so mehr auf Geräusche.
Nicht so einfach mit der fest sitzenden Haube um den Kopf. Aber eines
war klar: Wir wurden in einen Lieferwagen gehoben. Mit den vielen
Männern wurde es ziemlich eng. Aber dadurch hatten wir auch Halt, da
wir uns naturgemäß nicht selber festhalten konnten. Nach längerer
Fahrt kamen wir an.
Wir wurden in ein Gebäude gebracht. Schließlich wurden uns die
Augenbinden wieder abgenommen. Wir befanden uns in einem geräumigen
Raum. An dem winzigen Fenster weit oben war zu erkennen, dass es ein
Keller war. Auf dem Boden lagen einige Matratzen, auf die wir gelegt
wurden.
Dann gingen alle Männer, machten das Licht aus und schlossen die Tür
ab. Einige Frauen fingen an laut zu stöhnen oder sonstige Geräusche zu
machen, die ihnen ihre Knebel erlaubten. Manche wälzten sich hin und
her. Ich machte nicht mit. Es war völlig sinnlos. Niemand würde uns
hören oder sehen. Statt mich zu verausgaben, wollte ich so viel
Energie wie möglich tanken. Es musste schon weit nach Mitternacht
sein. Also war Schlafen das einzig Sinnvolle.
Aber der Schlaf wollte so schnell nicht kommen. Das lag unter anderem
an den auf den Rücken gebundenen Armen. Aber noch mehr ging mir durch
den Kopf, was ich vorhin gedacht hatte. Die Einzige. Nicht der
Einzige. Äußerlich betrachtet war das auch korrekt. Nur wenig
erinnerte noch an einen Mann. Mir fehlten zwar ein paar Kurven; meine
Hüften waren schmal und der Oberkörper etwas breiter als normal.
Männlich sah ich trotzdem nicht aus, vielleicht wie eine Schwimmerin.
Die Brüste lenkten aber davon ab.
Irgendwie machten mich die Brüste mehr zur Frau als die Vagina. Die
sah man nicht, aber die Brüste waren nicht zu verstecken. Würde etwas
anders sein, wenn ich noch einen Penis hätte? Wohin ging diese Reise?
Wenn ich diese Entführung überstanden hätte, könnte ich in ein oder
zwei Wochen wieder ohne Brüste sein. Wollte ich das? Was wollte ich
sein, Mann oder Frau? Noch lange Zeit grübelte ich, bis ich
einschlief.
*-*
Der Morgen war an einem leichten Lichtschein durch das Kellerfenster
zu erkennen. Jetzt schmerzten die Arme und Schultern so stark, dass
ich nicht mehr Schlafen konnte. Es wurde Zeit diese Fessel los zu
werden.
Wie auf Bestellung öffnete sich die Tür und zwei Männer kamen herein.
Sie waren wieder maskiert. Nachdem sie sich überzeugt hatten, dass
alle wach waren, sprach einer von ihnen.
"Ich will mich kurz fassen. Euch wird nichts geschehen, wenn ihr euch
vernünftig verhaltet. Die nächsten Tage werden etwas unangenehm sein,
da ihr weiterhin gefesselt sein werdet. Und auch auf die Knebel werden
wir nicht verzichten können, ebenso wie die Masken. Es ist besser,
wenn ihr euch erst einmal nicht kennt. Vermutlich wollt ihr auch nicht
erkannt werden, es ist also auch in eurem Interesse."
"Wir haben hier einen großen Vorrat an Fetisch und Bondage Artikeln.
Wenn ihr kooperiert, könnt ihr euch das aussuchen, was euch am besten
gefällt. Stellt ihr euch quer, suchen wir etwas aus. Nach der ganzen
Zeit in Gummi werdet ihr euch eine Dusche wünschen. Nun, wir sind
keine Unmenschen. Ihr werdet gleich nacheinander ins Bad geführt. Ihr
bekommt dabei auch Essen und Trinken. Du bist die Erste."
Sie schleppten meine Nachbarin nach draußen. Sie wehrte sich so weit
sie konnte. Etwas später hörte ich gedämpft eine weibliche Stimme
schreien. Ein paar Minuten später wurde sie wieder zu uns geführt. Sie
hatte immer noch denselben Latex Overall an. Aber statt der Kopfmaske
hatte sie nun eine große schwarze Kugel, wie ein Ball. Makellos rund,
und ohne sichtbare Öffnungen. Anscheinend aufgeblasen. Wie sie Luft
bekam war nicht zu sehen.
Die Hände steckten in ebensolchen Kugeln. Die alten Fesseln waren
entfernt worden, sie trug nur ein paar Handschellen. Eigentlich waren
die auch Überflüssig, denn wie sollte sie mit den Kugeln um die Hände
etwas machen? Wenigstens konnte sie sich bequem hinlegen, wenn ich
auch nicht glaube, dass sie sich in dem verschwitzen Gummi wohl
fühlte. Es war mir absolut unverständlich, warum sie sich so unklug
verhalten hatte.
"Sie war leider gar nicht nett. Nun, jetzt hat sie Zeit in Ruhe und
ohne Ablenkung darüber nachzudenken. Du bist die Nächste."
Ich wurde auf die Beine gestellt und ins Bad gebracht. Dort nahm man
mir als erstes die Kopfmaske ab. Meine schönen Haare waren in einem
jämmerlichen Zustand. Hmm, ich glaube, mein Gehirn ist auch
geschädigt. Als ob die Haare momentan von irgendwelchem Interesse
wären.
Während die Armfessel gelöst wurde, sprach der Mann zu mir "Ich sehe,
du bist immer noch vernünftig. Von dir wollen wir eigentlich nichts,
aber natürlich können wir dich nicht laufen lassen. Sei weiterhin
kooperativ, dann wirst du mit den anderen freigelassen."
Ich nickte nur und gab keine Antwort. Die Schultern schmerzten sehr,
als sie in ihre normale Position zurückkehrten.
"Schmerzen?"
Ich nickte stumm.
"Tut mir leid. Da hattest du doppelt Pech. Erst am falschen Ort zur
falschen Zeit, und dann die unbequemste Fessel. Wir hatten sie bei den
anderen Frauen nicht verwendet, aber bei dir hatten wir nichts anderes
mehr. Eine lange heiße Dusche dürfte helfen."
Bald hatte ich nur noch den Latex Overall an. Der Mann wollte sich
zurückziehen, aber ich sagte "Bitte hilf mir. Mit meinen schmerzenden
Armen bekomme ich das nicht aus."
Er zog mir den Anzug aus. Gerne hätte ich sein Gesicht gesehen, denn
er machte einen unsicheren, verlegenen Eindruck. Dann war ich alleine,
und stieg unter die Dusche. Das half. Der heiße Wasserstrahl massierte
meine Schultern und vertrieb die Schmerzen. Eine Viertelstunde später
fühlte ich mich wieder wohl.
Ich trocknete mich ab. An der Wand war ein Fön, und so bekam ich auch
meine Haare trocken. Ich hatte sie nicht geschnitten, sie reichten
immer noch bis über meinen Po. Entsprechend lange dauerte das Fönen.
Ich wickelte mich in ein Handtuch und klopfte an die Tür. Der Mann
öffnete und führte mich zu einem anderen Raum.
"Das hat ja ganz schön lange gedauert. Wenn das so weitergeht, sind
wir mittags noch nicht fertig. Ich lasse dich hier alleine, denn du
bist wohl vernünftig genug, keinen Blödsinn anzustellen. Hier sind
belegte Brötchen und Getränke. Beeil dich aber, denn wenn die nächste
mit Duschen fertig ist, will ich dich angezogen sehen. Angezogen heißt
inklusive Fesseln. Wenn etwas fehlt, mache ich das, und das dürfte dir
nicht gefallen. Klar?"
Ich nickte wieder, und dann war ich in dem Raum allein. Ich setzte
mich an den kleinen Tisch, um etwas zu essen. Dabei betrachtete ich
den Raum. Er war sehr groß. An den Wänden waren Regale mit unzähligen
Fetisch und Bondage Artikeln. In der Mitte Ständer mit Kleidung.
Nachdem ich einen Orangensaft und eine Tasse Kaffee ge******n hatte,
ging ich mit einem Brötchen in der Hand durch den Raum.
Woher hatten diese Leute die vielen Sachen? Das war eine riesige
Auswahl. Eher ein Geschäftsraum als ein Hobbykeller.
Trotz der vielen Sachen war die Auswahl klein. Die Auswahl an
tragbaren Sachen. Es gab nichts Normales. Die Kleidung war fast
ausschließlich aus Gummi, einige Sachen aus Leder. Gummi kam nicht in
Frage, denn ich würde die Sachen lange anhaben. Viele der Ledersachen
waren zu klein, Strings und BHs. Da würde ich frieren. Die Korsetts
waren auch nichts, und so blieb ein Body.
Es gab nur zwei oder drei in meiner Größe, ich bin halt ein großes
Mädchen. Und die waren alle gleich, mit zwei Innendildos. Klasse. Aber
was half's, immer noch besser als Gummi. Ich zog ihn an. Bald war mein
Oberkörper komplett in Leder gehüllt, ein breites Halsband war das
obere Ende. Viele Ringe waren daran befestigt und glänzten silbern auf
dem schwarzen Leder.
Die Arme und Beine waren noch nackt, und wurden langsam kühl. Ein paar
oberschenkelhohe Stiefel umhüllten bald meine Beine Wie nicht anders
zu erwarten mit extrem hohen Absätzen. Für die Arme fand ich ein paar
lange Handschuhe.
Nun kamen die Maske oder Kopfhaube. Ein wenig zögerte ich, dann wählte
ich eine aus Leder mit Öffnungen für Augen, Nase und Mund. Hinten
hatte sie ein Loch für meine Haare. Das war wesentlich angenehmer als
Gestern, wo die Haare innen in die Haube gestopft worden waren. Ich
zog sie an und fummelte die Haare durch das Loch. Sie passte perfekt
und war bequem. Nun noch die Handschuhe, und ich stellte mich vor den
Spiegel. Bis auf kurze Streifen nackte Haut an den Oberarmen und
Oberschenkeln war ich komplett in schwarzes Leder gehüllt. Die blonden
Haare sahen auf dem Leder toll aus.
Jetzt kam ein schwieriger Teil. Die Fesseln. Sollte ich mich wirklich
selber fesseln? Ich zögerte, dann dachte ich an die andere Frau. Das
gab den Ausschlag. Von den Knebeln war der kleinste ein roter
Ballknebel. Ich seufzte und nahm ihn in den Mund, um dann die Schnalle
hinter dem Kopf zu schließen.
Die meisten Fesseln schieden aus, da zu unbequem. Nach einigem Zögern
wählte ich eine: Eine lange Kette verband zwei Fuß- und Handschellen
und ging weiter bis zum Hals. Ohne lange nachzudenken befestigte ich
die Kette mit einem Schloss an einen Ring meines Halsbandes. Dann
klickten die Schellen zuerst um die Fußgelenke, und dann um die
Handgelenke. Die Kette an den Füßen war sehr kurz, an den Händen gab
es gar keine, die Schellen waren direkt miteinander befestigt.
Ich setzte mich wieder an den Tisch. Die Unwirklichkeit der Situation
wurde mir bewusst. Ich hatte mir selber Leder Fetischkleidung
angezogen, und mich dann auch noch geknebelt und gefesselt. Unfassbar.
*-*
Bis jemand kam hatte ich Zeit nachzudenken. Ich bereute nun, so
schnell gehandelt zu haben. Aber ich stand unter einem ziemlichen
Stress. Die Situation machte mich besorgt, und vor manchen Sachen
hatte ich regelrecht Angst. Entführungen konnten schnell schief gehen.
Auch wenn die Männer nicht übermäßig brutal wirkten, konnte die
Situation eskalieren. Man hörte immer wieder von Entführungen wo die
Opfer starben.
Aber ich hatte auch Angst davor so wie die andere Frau zu Enden. Das
war alles andere als bequem. Vor allem konnte ich dann nicht mehr nach
einer Fluchtmöglichkeit suchen.
Der Mann war zufrieden. Ich fand das weniger gut. Als ich wieder auf
meiner Matratze lag, gab es nichts zu tun außer nachdenken. Was ich
dann auch tat.
Vom Essen und Duschen abgesehen gab es keine Abwechslung. Ich schlief
oder befand mich in einem pseudo-wachen Zustand. Ich befand mich nicht
mehr in der Realität, alles war wie in einem Rausch.
Ich weiß nicht mehr, in wie vielen verschiedenen Outfits ich mich
befunden hatte. Es war alles unwirklich. Ich kam aus meiner Traumwelt
erst wieder in einem Krankenhaus zu mir.
*-*
Als ich in einem hellen Raum einen Arzt vor mir sah, war das zuerst
ein Schock. Erst langsam kam die Erkenntnis, dass ich wie eine normale
Frau aussah, und nichts zu befürchten war. Ich beruhigte mich. Der
Arzt stellte meine offensichtliche Gesundheit fest, und da ich wieder
bei Sinnen war, konnte ich entlassen werden.
Zwei Stunden später kam einen tränenaufgelöste Sandra und brachte mir
etwas zum Anziehen. Die Tränen waren zum Schluss Freudentränen, aber
wir konnten kaum miteinander sprechen, denn auch ich war in Tränen.
Tränen der Erleichterung.
Zuhause legte ich mich schnell ins Bett. Obwohl ich die letzte Zeit
viel geschlafen hatte, war ich todmüde. Ich schlief sofort ein.
*-*
Es war dunkel, als ich wieder aufwachte. Etwas stimmte nicht. Sandra
schlief neben mir. Das war OK. Es gab auch kein Geräusch, alles war
friedlich. Aber trotzdem, etwas stimmte nicht. Ich stand auf.
Vielleicht musste ich nur auf die Toilette? Ich ging ins Bad. Im
Spiegel sah ich mich im Pyjama. Oh nein, das durfte nicht sein. Panik
stieg in mir auf.
Schnell, schnell, bevor jemand etwas merkt. In unserem neuen Haus
hatten wir ein 'Spielzimmer', in dem alle spezielle Kleidung war, wie
z.B. Gummi. Latex, das war es, was ich suchte. Ich zog mich aus und
fand das Gummi Dienstmädchen Kostüm, das ich ganz zu Anfang bei Sandra
einmal getragen hatte. So schnell es ging zog ich es an, und bald
waren Nase, Augen und Mund die einzigen Stellen, die nicht von Gummi
bedeckt waren. Ich beruhigte mich etwas.
Aber noch etwas war nicht OK. Nach dem Anlegen des Penisknebels fühlte
ich mich noch etwas besser. Als ich die Fußfessel anlegte, kam Sandra
in das Zimmer. Sie schaute nur erstaunt, aber ich bekam es mit der
Angst zu tun. Schnell reichte ich ihr die Armfessel und hielt ihr die
ausgestreckten Arme hin.
Warum machte sie nichts? Was hatte ich falsch gemacht? Zitternd hielt
ich ihr wieder die Arme hin. Jetzt legte sie mir die Fessel an. Ich
beruhigte mich. Sie führte mich zum Bett. Alles war gut, und ich
schlief ein.
*-*
Als ich aufwachte, schaute mir Sandra besorgt in die Augen. Wieso war
ich gefesselt und ganz in Gummi? Ich hielt Sandra die Arme hin.
"Soll ich die Fessel abmachen?"
Ich nickte. Als sie entfernt war, zog ich mich aus und ging unter die
Dusche. Danach ging ich, nur im Bademantel, zu Sandra. Sie hatte
mittlerweile Frühstück gemacht. Besorgt schaute sie mich an und fragte
mich "Weißt du, warum du die Sachen anhattest?"
Ich schüttelte den Kopf.
"Weißt du, wie lange du weg warst?"
"Drei oder vier Tage?"
"Oh Tim. Der Arzt hatte so etwas befürchtet. Du warst fast drei Wochen
entführt. Du warst, wie die anderen Frauen, die ganze Zeit unter
******. Es ist nicht klar, was du bekommen hast, aber es müssen Mittel
gewesen sein, die dich empfänglich für Suggestionen gemacht hast. Du
hast so etwas wie eine Hypnose bekommen.
Gestern Nacht bist du auf einmal aufgestanden. Ich war erst beruhigt,
als du auf die Toilette gingst. Aber dann bist du ganz panisch in
unser Spielzimmer gegangen und hast dir das Latex Kostüm angezogen.
Als ich zu dir kam hast du geschaut wie ein Reh im Scheinwerferlicht.
Erst als ich dir die Fessel angelegt hatte, beruhigtest du dich. Du
weist nichts davon?"
"Nein, nichts. Ich erinnere mich daran, mit dir ins Bett gegangen zu
sein, und dann wachte ich gefesselt auf."
"Wie hast du dich dann gefühlt?"
"OK. Nein, eigentlich sogar gut. Warum?"
"Das ist nicht normal. Es kann Spaß machen, für kurze Zeit. Für ein
erotisches Spielchen. Aber nicht, um darin zu schlafen."
"Ich weiß nicht, warum. Aber ich fühlte mich wohl, so, als ob alles
richtig wäre."
"Der Arzt hatte gehofft, das mit dem Abklingen der Wirkung der ******
alles vorbei wäre. Aber anscheinend gibt es Spätfolgen."
"Ich fühle mich völlig normal. Der Bademantel ist ein wenig kühl, aber
sonst ist alles OK. Oder nicht?"
"Ich sehe an deinen Augen, dass etwas nicht stimmt. Du hast so einen
merkwürdigen Blick."
"Ich merke nichts. Aber ich muss mir etwas anziehen."
"Gut, ich warte hier."
Ein paar Minuten später kam ich zurück.
Sandra sagte zu mir "Schließe deine Augen. Gut. Jetzt sage mir, was du
anhast."
"Meinen schwarzen Jogginganzug."
"OK, mache die Augen auf."
Ich schaute an mir herunter. Alles Schwarz. Aber auch alles aus Latex.
"Du siehst, wir haben ein Problem. Ich denke, du wirst auch bald
wieder gefesselt und geknebelt sein wollen."
"Du hast recht. Ich spüre so einen merkwürdigen Drang. So, als ob ich
nackt wäre. Jetzt, da ich bewusst darüber nachdenke, kann ich es
kontrollieren. Aber ohne deine Bemerkung wäre ich wohl schon auf dem
Weg zurück ins Spielzimmer."
"Dur warst drei Tage im Krankenhaus, bis du zu dir kamst. Der Arzt
wollte dich nicht entlassen, aber ich bestand darauf. Du hast keine
Identität als Frau. Es wäre schnell zu Problemen gekommen. Ich habe
erzählt, dass wir einen guten Arzt in der Familie haben, und er die
weitere Behandlung übernimmt. Nebenbei bemerkt, ich habe dich dort als
meine Schwester ausgegeben. Sie weiß ja alles und gibt Rückendeckung."
"Und nun?"
"Das frage ich dich. Was sollen wir machen?"
"Ich glaube nicht, dass hier ein Arzt helfen kann, ohne Wissen
darüber, was mit mir gemacht worden ist?"
"Richtig. Man weiß fast nichts. Die Blutuntersuchung hat einige Reste
von bekannten Psychopharmaka ergeben, aber auch unbekanntes. Und
vermutlich waren viele Stoffe bereits abgebaut. Du weist nichts
darüber?"
"Nichts. Ich kann mich an die Entführung erinnern, und an den nächsten
Morgen. Das letzte, was ich weiß, ist, dass ich darüber nachdachte,
wie ich entkommen könnte. Ab da verschwimmt alles. So in etwa, wie
wenn man über früheste Kindheitserlebnisse nachdenkt. Man erinnert
sich an ein paar Ereignisse, aber das Meiste ist vergessen."
"Selbst ein guter Arzt wird damit große Probleme haben. Es sei denn,
die Entführer werden geschnappt, und erzählen dann, was sie gemacht
haben."
"Ich denke, Entführungen und Erpressungen gehen heutzutage spätestens
bei der Geldübergabe schief?"
"Die Leute kannten sich extrem gut in internationalen Geldgeschäften
aus. Das Geld wanderte so schnell von Ort zu Ort um die Welt, dass die
Experten irgendwann die Fährte verloren haben."
"Also wohl keine Hoffung. Aber vielleicht kann ich das nun
kontrollieren, wo es mir nun bewusst ist?
"Probieren wir es. Zieh dich um."
Ich kam diesmal tatsächlich in meinem Jogging Anzug zurück. Aber ich
fühlte mich nicht wohl. So, als ob ich als Mann Frauenkleidung
anhätte. Ich meine natürlich als normaler Mann, vor den Ereignissen
mit dem Tor. Man ist angezogen, darf aber von niemand gesehen werden.
Ich musste mich sehr darauf konzentrieren, mich bewusst ablenken.
Nach dem Mittagessen wurde ich müde und legte mich für eine Siesta ins
Bett. Ich wachte in Latex, gefesselt und geknebelt auf. Den Nachmittag
verbrachte ich wieder in normalen Sachen. Aber am nächsten Morgen
wachte ich wieder in Fesseln auf.
"Dir ist klar, dass es so nicht weiter gehen kann?"
"Sicher. Aber ein Arzt wird kaum helfen können."
"Da bleibt nur eines."
"Richtig. Das Tor."
5年前